Somnium VR1

Das Somnium VR1 ist ein kompromisslos auf hochwertige PC-VR, Simulation und professionelle Anwendungen ausgerichtetes Virtual-Reality-Headset. Statt auf einen integrierten Mobilprozessor oder kabellosen Standalone-Betrieb setzt Somnium Space auf eine direkte DisplayPort-Verbindung zum Gaming-PC, hochauflösende QLED-Mini-LED-Displays, ein außergewöhnlich großes Sichtfeld und eine modulare Plattform, die je nach Ausführung um Eye Tracking, Handtracking und hochauflösendes Mixed-Reality-Passthrough erweitert wird. Damit richtet sich das VR1 vor allem an Enthusiasten, Sim-Racer, Flugsimulator-Nutzer, Entwickler und professionelle Anwender, für die maximale Bildqualität und Erweiterbarkeit wichtiger sind als ein möglichst niedriger Preis oder maximale Mobilität.

Pro Auge stehen 2.880 × 2.880 Pixel zur Verfügung. Kombiniert wird die hohe Auflösung mit einem realen, unverzerrten Sichtfeld von bis zu 130 Grad horizontal und 105 Grad vertikal, einer Pixeldichte von rund 35 PPD sowie einem QLED-Mini-LED-System mit 576 Local-Dimming-Zonen pro Auge. Je nach Konfiguration kommen zusätzlich 120-Hz-Eye-Tracking, Ultraleap-Handtracking und zwei hochauflösende 12-Megapixel-Kameras für Mixed Reality hinzu.

Das Somnium VR1 folgt damit einer anderen Philosophie als Headsets wie Meta Quest. Es möchte kein möglichst unkompliziertes All-in-one-Gerät sein, sondern ein High-End-PC-VR-Headset für Nutzer, die ihre Hardware individuell konfigurieren und möglichst direkt kontrollieren möchten. Somnium Space setzt dabei bewusst auf SteamVR Tracking, offene Schnittstellen, modulare Komponenten und eine Herstellung in Europa.


2.880 × 2.880 Pixel pro Auge

Das Somnium VR1 verwendet zwei hochauflösende QLED-Mini-LED-Fast-LCD-Panels mit jeweils 2.880 × 2.880 Pixeln.

Damit stehen insgesamt mehr als 16 Millionen Subpixel beziehungsweise über acht Millionen Bildpunkte über beide Displays zur Verfügung. Besonders Simulatoren, Cockpits und andere Anwendungen mit vielen kleinen Details profitieren von der hohen Auflösung.

Instrumente in einem virtuellen Flugzeug, Anzeigen in einem Rennwagen oder feine Strukturen innerhalb einer VR-Umgebung können deutlich schärfer dargestellt werden als bei älteren PC-VR-Headsets.

Somnium gibt eine maximale Pixeldichte von ungefähr 35 Pixeln pro Grad – PPD – an. Die Kennzahl ist insbesondere bei VR-Headsets relevant, weil sie berücksichtigt, wie stark sich die vorhandene Displayauflösung über das Sichtfeld verteilt.

QLED Mini-LED statt OLED

Bei der Displaytechnik setzt Somnium nicht auf OLED, sondern auf QLED Mini-LED Fast LCD.

Eine Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung ermöglicht es, unterschiedliche Bereiche des Displays individuell abzudunkeln. Dafür besitzt das VR1 576 Local-Dimming-Zonen pro Auge.

Dunkle Bereiche einer Szene können dadurch stärker heruntergeregelt werden, während helle Elemente gleichzeitig mit hoher Leuchtkraft dargestellt werden.

Das Ergebnis soll deutlich höhere Kontraste liefern als bei einem herkömmlichen LCD ohne Local Dimming.

Somnium gibt für den HDR-Betrieb ein Kontrastverhältnis von bis zu 20.000:1 an.

Die Technik erreicht zwar nicht das pixelgenaue Schwarz eines OLED-Panels, kann dafür aber hohe Helligkeit, gute Farbdarstellung und eine hohe Auflösung miteinander kombinieren.

Bis zu 210 Nits Helligkeit

Die Panels erreichen laut Hersteller eine maximale Helligkeit von ungefähr 210 Nits.

Bei einem geschlossenen VR-Headset ist dieser Wert anders zu bewerten als bei einem normalen Monitor. Da praktisch kein Umgebungslicht direkt auf das Display fällt, müssen VR-Panels keine extrem hohen Helligkeiten erreichen, um ein intensives Bild zu erzeugen.

In Kombination mit Local Dimming können helle Bereiche deutlich hervortreten, während dunkle Szenen stärker abgedunkelt werden.

Besonders Simulationen profitieren davon, wenn beispielsweise helle Außenbereiche, Cockpitinstrumente und dunkle Innenräume gleichzeitig dargestellt werden.

130 Grad horizontales Sichtfeld

Eine der größten Besonderheiten des Somnium VR1 ist das außergewöhnlich breite Sichtfeld von bis zu 130 Grad horizontal und 105 Grad vertikal.

Somnium bezeichnet diese Werte ausdrücklich als reales und unverzerrtes Sichtfeld. Das Headset kann horizontal sogar bis zu ungefähr 140 Grad rendern, wobei die tatsächlich sichtbare Fläche von Gesicht, Augenposition, IPD und verwendeter Gesichtspolsterung abhängig ist.

Damit bietet das VR1 ein erheblich größeres Sichtfeld als viele verbreitete Consumer-Headsets.

Gerade beim Fliegen und Rennfahren ist das relevant. Ein größeres horizontales Sichtfeld verbessert die periphere Wahrnehmung und macht es einfacher, Teile eines Cockpits oder Fahrzeuginnenraums zu sehen, ohne den Kopf stark drehen zu müssen.

Das größere Blickfeld trägt gleichzeitig zu einem stärkeren Immersionsgefühl bei.

Zwei asphärische Linsenelemente pro Auge

Für die Optik verwendet Somnium eine speziell entwickelte Dual-Element-Asphärenkonstruktion.

Pro Auge werden zwei asphärische Linsenelemente miteinander kombiniert. Der Aufbau ist größer und schwerer als moderne Pancake-Optiken, ermöglicht aber eine hohe Lichtdurchlässigkeit und ein besonders breites Sichtfeld.

Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf einem großen Sweet Spot. Damit wird der Bereich bezeichnet, innerhalb dessen das Bild scharf bleibt, auch wenn sich das Auge innerhalb der Linse bewegt.

In unabhängigen Hands-on-Berichten wurde die hohe Klarheit und der große Sweet Spot positiv hervorgehoben. Gleichzeitig zeigt sich, dass die Optik stärker von der individuellen Augenposition abhängig sein kann als bei manchen anderen Headsets. Einzelne Tester berichteten von ungewöhnlichen Fokussierungseffekten oder Verzerrungen an bestimmten Stellen der Linsen.

Bei einem Headset dieser Preisklasse ist es deshalb besonders sinnvoll, das VR1 nach Möglichkeit vor dem Kauf selbst auszuprobieren.

IPD von 57 bis 76 Millimeter

Der Pupillenabstand lässt sich mechanisch über einen großen Bereich anpassen.

Das VR1 unterstützt eine IPD von ungefähr 57 bis 76 Millimetern.

Damit deckt das Headset einen vergleichsweise breiten Bereich unterschiedlicher Augenabstände ab.

Die korrekte IPD-Einstellung ist bei VR besonders wichtig. Stimmen Linsenposition und Pupillenabstand nicht überein, können Unschärfe, Doppelbilder oder zusätzliche Augenbelastung entstehen.

Der große Sweet Spot der Optik bietet zusätzlich etwas Spielraum bei der individuellen Anpassung.

72 und 90 Hz standardmäßig

Das Somnium VR1 unterstützt unterschiedliche Bildwiederholraten.

Zum regulären Betrieb gehören unter anderem:

72 Hz
90 Hz

Zusätzlich arbeitet Somnium an beziehungsweise unterstützt erweiterte Modi mit 120 Hz und experimentell bis zu 144 Hz.

Eine höhere Bildwiederholrate kann Bewegungen flüssiger darstellen und ist besonders für schnelle Simulationen und Spiele interessant.

Sie erhöht allerdings auch die Anforderungen an die Grafikkarte erheblich. Bereits die native Auflösung von 2.880 × 2.880 Pixeln pro Auge verlangt einem Gaming-PC viel Leistung ab.

Native DisplayPort-Verbindung

Das Somnium VR1 setzt bewusst auf eine kabelgebundene DisplayPort-Verbindung.

Im Gegensatz zu vielen Standalone-Headsets wird das Bild damit nicht zunächst komprimiert, als Videostream übertragen und anschließend im Headset wieder dekomprimiert.

Der Gaming-PC kann das Bild direkt über DisplayPort an das Headset ausgeben.

Gerade bei hohen Auflösungen ist das ein wichtiger Vorteil. Kompressionsartefakte werden vermieden und die Latenz bleibt niedrig.

Für anspruchsvolle PC-VR-Nutzer ist eine native DisplayPort-Verbindung deshalb weiterhin eine der hochwertigsten Möglichkeiten zur Bildübertragung.

Sechs Meter langes Hybridkabel

Zum Headset gehört ein ungefähr sechs Meter langes Hybrid-AOC-Kabel.

Darüber laufen DisplayPort, USB-Daten und Stromversorgung.

Die DisplayPort-Verbindung stellt eine Bandbreite von bis zu 32 Gbit/s bereit, während USB 3.2 Gen 2 Daten mit bis zu 10 Gbit/s übertragen kann.

Durch die Länge von sechs Metern bleibt auch bei größeren Simulator- oder Roomscale-Setups vergleichsweise viel Bewegungsfreiheit.

Der Nachteil gegenüber kabellosen VR-Headsets bleibt selbstverständlich bestehen: Das Kabel ist während der Nutzung physisch vorhanden.

Für Simulatoren fällt dieser Punkt allerdings deutlich weniger ins Gewicht, da der Nutzer ohnehin auf einem festen Sitzplatz sitzt.

SteamVR Tracking

Das Somnium VR1 verwendet SteamVR Lighthouse Tracking.

Das Headset ist mit vorhandenen SteamVR Base Stations 1.0 und 2.0 kompatibel.

Besitzer eines Valve Index, HTC Vive oder anderer Lighthouse-Hardware können vorhandene Basisstationen deshalb grundsätzlich weiterverwenden.

SteamVR Tracking gehört weiterhin zu den präzisesten etablierten Trackinglösungen für PC-VR.

Anders als bei Inside-out-Tracking befinden sich die Referenzsensoren nicht ausschließlich im Headset, sondern werden extern im Raum positioniert.

Gerade für Simulations-, professionelle und Tracking-Anwendungen kann die sehr hohe Positionsgenauigkeit von Vorteil sein.

Base Stations sind nicht integriert

Die notwendigen Lighthouse-Basisstationen gehören nicht automatisch zum Headset.

Wer noch kein SteamVR-Tracking-System besitzt, muss entsprechende Base Stations zusätzlich einplanen.

Auch klassische VR-Controller gehören nicht grundsätzlich zum Lieferumfang.

Das Somnium VR1 richtet sich damit klar an Nutzer, die bereits ein hochwertiges PC-VR-Setup besitzen oder ein individuelles System aus Headset, Tracking und Eingabegeräten zusammenstellen möchten.

120-Hz-Eye-Tracking

Je nach Edition besitzt das VR1 ein integriertes Eye-Tracking-System mit 120 Hz.

Die Kameras erfassen dabei kontinuierlich, wohin der Nutzer schaut.

Eine der wichtigsten Anwendungen ist Dynamic Foveated Rendering.

Dabei muss die Grafikkarte nicht das komplette Sichtfeld permanent mit maximaler Qualität berechnen. Die höchste Rendering-Auflösung wird vor allem auf den Bereich konzentriert, auf den der Nutzer gerade blickt.

Außerhalb dieses Bereichs kann die Auflösung reduziert werden.

Da das menschliche Auge außerhalb des zentralen Blickbereichs ohnehin wesentlich weniger Details wahrnimmt, lässt sich dadurch erheblich Rechenleistung einsparen.

Foveated Rendering kann die Leistung deutlich steigern

Gerade beim VR1 ist Foveated Rendering besonders interessant.

Die Kombination aus hoher Displayauflösung und großem Sichtfeld erzeugt eine enorme GPU-Belastung.

Somnium hat eigene Performance-Vergleiche veröffentlicht, bei denen dynamisches Foveated Rendering gegenüber vollständigem Rendering erhebliche Leistungssteigerungen ermöglichte.

Wie groß der Vorteil tatsächlich ausfällt, hängt von Spiel, Engine, Einstellungen, Grafikkarte und unterstützter Rendering-Technologie ab.

Bei besonders anspruchsvollen Simulatoren kann Eye Tracking deshalb nicht nur eine zusätzliche Komfortfunktion sein, sondern einen deutlichen technischen Vorteil bieten.

Open-Source-Eye-Tracking

Eine Besonderheit des Somnium VR1 ist die Offenheit des Eye-Tracking-Systems.

Somnium stellt den entsprechenden Algorithmus Open Source zur Verfügung.

Entwickler, Forscher und Unternehmen können die Technologie dadurch an eigene Anwendungen anpassen.

Neben Foveated Rendering sind beispielsweise Blickanalysen, Heatmaps, Forschungsanwendungen oder die Übertragung von Augenbewegungen auf virtuelle Avatare möglich.

Gerade für professionelle und wissenschaftliche Anwendungen unterscheidet sich das VR1 damit von stärker geschlossenen Consumer-Plattformen.

Ultraleap-Handtracking

Bestimmte Versionen des VR1 besitzen zusätzlich Ultraleap-Handtracking.

Das System deckt einen sehr großen Trackingbereich von ungefähr 170 × 170 Grad ab und arbeitet mit bis zu 120 Hz.

Die Hände können dadurch direkt erfasst werden, ohne klassische VR-Controller halten zu müssen.

Für Simulationen kann dies besonders interessant sein. Ein physisches Cockpit kann beispielsweise bedient werden, während gleichzeitig Hände und Finger innerhalb der virtuellen Umgebung erfasst werden.

Auch industrielle Anwendungen, Training oder bestimmte Mixed-Reality-Szenarien profitieren von natürlicher Handinteraktion.

Mixed Reality mit zwei 12-MP-Kameras

Die Ultimate Edition erweitert das System um zwei hochauflösende RGB-Passthrough-Kameras mit jeweils 12 Megapixeln.

Die Kameras besitzen eine Auflösung von ungefähr 4.056 × 3.040 Pixeln und decken ein großes Sichtfeld von etwa 125 × 100 Grad ab.

Dadurch lässt sich die reale Umgebung innerhalb des Headsets anzeigen.

Somnium setzt hier nicht nur auf klassisches vollständiges Passthrough, sondern besonders auf Anwendungen, bei denen bestimmte reale Bereiche gezielt in eine virtuelle Umgebung eingeblendet werden.

Reales Cockpit innerhalb einer virtuellen Welt

Eine der interessantesten Anwendungen des Mixed-Reality-Systems sind Flug- und Rennsimulatoren mit echten Cockpits.

Der Nutzer kann beispielsweise die virtuelle Außenwelt eines Flugsimulators sehen, während das reale Steuerhorn, Instrumentenpanel oder andere physische Bedienelemente sichtbar bleiben.

Somnium ermöglicht dafür anwendungsunabhängige Masken und den Import von CAD-Geometrien.

Ein Simulator-Hersteller kann beispielsweise ein vorhandenes physisches Cockpit vermessen und dessen Form innerhalb des Systems hinterlegen.

Das VR1 zeigt anschließend genau diesen Bereich über die Passthrough-Kameras, während außerhalb des Cockpits die virtuelle Welt sichtbar bleibt.

Für professionelle Simulation und hochwertige Heim-Cockpits ist dies einer der interessantesten Aspekte des gesamten Headsets.

Hochwertiges Passthrough

Unabhängige Hands-on-Berichte haben die Qualität des Passthrough-Systems besonders positiv hervorgehoben.

Die relativ großen Kamerasensoren erfassen mehr Licht als viele sehr kleine Kameramodule klassischer XR-Headsets. Dadurch kann das Bild insbesondere in Innenräumen weniger körnig wirken.

Hinzu kommen Bildverarbeitung, Schärfung und Rauschreduzierung.

Das Passthrough besitzt allerdings keine vollständige Tiefenkorrektur wie bei einigen anderen Mixed-Reality-Systemen. Nahe Gegenstände können deshalb räumlich anders wirken als durch normale Sicht.

Seine größte Stärke liegt weniger im alltäglichen Mixed-Reality-Computing als in gezielten professionellen und Simulationsanwendungen.

SteamVR und OpenXR

Das Somnium VR1 unterstützt sowohl SteamVR als auch OpenXR.

Damit lässt sich ein großer Teil der bestehenden PC-VR-Software verwenden.

Zusätzlich besitzt das Headset eine eigene OpenXR-Laufzeitumgebung mit erweiterten Funktionen.

Das ist vor allem für Entwickler und professionelle Anwendungen interessant, die stärker auf die Fähigkeiten des Headsets zugreifen möchten.

Somnium positioniert VR1 bewusst als möglichst offene Plattform und nicht als geschlossenes App-Ökosystem.

Kein eigener App-Store erforderlich

Das VR1 benötigt keinen proprietären App-Store, über den sämtliche Software gekauft werden muss.

Spiele und Anwendungen laufen über den angeschlossenen PC und etablierte PC-VR-Plattformen.

Dadurch bleibt der Nutzer stärker unabhängig von einem einzelnen Softwareanbieter.

Für Enthusiasten, Unternehmen und Entwickler kann diese Offenheit ein wesentlicher Vorteil gegenüber stärker kontrollierten Standalone-Ökosystemen sein.

Modulares Hardwarekonzept

Das Somnium VR1 wurde von Anfang an als modulares Headset konzipiert.

Am Gehäuse befinden sich mehrere Befestigungspunkte, an denen zusätzliche Komponenten angebracht werden können.

Somnium stellt CAD-Daten bereit, mit denen Nutzer und Entwickler eigene Zubehörteile per 3D-Druck herstellen können.

Dadurch lassen sich beispielsweise Halterungen, Audiolösungen oder spezielle professionelle Sensoren integrieren.

Das Konzept erinnert stärker an professionelle Hardware als an ein geschlossenes Consumer-Headset.

Drei USB-C-Anschlüsse

Für zusätzliche Hardware stehen drei USB-C-Anschlüsse mit USB 3.2 Gen 2 zur Verfügung.

Damit können Zubehör und eigene Erweiterungen direkt mit dem Headset verbunden werden.

Die hohe Datenrate von bis zu 10 Gbit/s bietet ausreichend Bandbreite für verschiedene Sensoren und andere Erweiterungen.

Gerade Entwickler erhalten dadurch wesentlich mehr Möglichkeiten als bei vielen Consumer-Headsets mit stark eingeschränkten Anschlüssen.

Kein integriertes Audio

Das Somnium VR1 besitzt keine fest eingebauten Kopfhörer.

Stattdessen steht unter anderem ein 3,5-mm-Audioanschluss zur Verfügung.

Der Nutzer kann dadurch selbst entscheiden, welche Kopfhörer oder Audiolösung verwendet werden.

Für ein High-End-Headset ist dieser Ansatz durchaus nachvollziehbar. Viele Enthusiasten besitzen bereits hochwertige Kopfhörer und möchten nicht zwingend die vom Headset-Hersteller integrierte Audiolösung verwenden.

Andererseits bedeutet dies, dass für ein vollständiges VR-System zusätzliche Kopfhörer benötigt werden.

Magnetische Korrektionsgläser

Brillenträger können optionale magnetische Korrektionsgläser einsetzen.

Somnium arbeitet hierfür unter anderem mit VR Optician zusammen.

Die individuellen Linsen werden direkt innerhalb des Headsets befestigt.

Dadurch muss keine normale Korrektionsbrille unter dem VR1 getragen werden, was sowohl Komfort als auch die Position der Augen vor den VR-Linsen verbessern kann.

Zwischen 700 und 850 Gramm

Je nach Konfiguration wiegt das Somnium VR1 inklusive Kopfhalterung ungefähr 700 bis 850 Gramm.

Damit ist es kein besonders leichtes VR-Headset.

Ein wesentlicher Teil des Gewichts entsteht durch die großen Dual-Element-Linsen, Displays, stabile Konstruktion und zusätzliche Sensorik.

Somnium versucht das Gewicht deshalb über eine umfangreiche Kopfhalterung zu verteilen.

Ein besonderes Gelenk innerhalb der seitlichen Halterungen ermöglicht es, Hinterkopfpolster und Visier relativ unabhängig voneinander auszurichten.

Dadurch lässt sich das Headset stärker an unterschiedliche Kopfformen anpassen.

Fokus auf Gewichtsverteilung

Bei einem schweren Headset ist die reine Grammzahl nicht der einzige entscheidende Faktor.

Ein schlecht ausbalanciertes 600-Gramm-Headset kann unangenehmer sein als ein schwereres Modell, dessen Gewicht gleichmäßig auf Stirn und Hinterkopf verteilt wird.

Das VR1 verwendet deshalb eine große gepolsterte Kopfhalterung mit mehreren Einstellungsmöglichkeiten.

In ersten unabhängigen Hands-on-Tests wurde der Komfort trotz des hohen Gesamtgewichts überraschend positiv beschrieben.

Wie angenehm das Headset über mehrere Stunden tatsächlich ist, bleibt jedoch stark von Kopfform und individueller Anpassung abhängig.

Für Sim-Racing besonders interessant

Eine der klarsten Zielgruppen sind Sim-Racing-Enthusiasten.

Die Kombination aus breitem horizontalem Sichtfeld, hoher Auflösung, SteamVR Tracking und optionalem Eye Tracking passt besonders gut zu Rennsimulationen.

Das breite Sichtfeld verbessert die periphere Wahrnehmung. Seitenspiegel, Cockpit und Strecke können stärker gleichzeitig wahrgenommen werden.

Da der Nutzer in einem Rennsitz sitzt, spielt das Kabel eine wesentlich kleinere Rolle als bei bewegungsintensiven Roomscale-Spielen.

Wer bereits mehrere tausend Euro in Lenkrad, Pedale, Sitz und Direct-Drive-System investiert hat, gehört genau zu der Zielgruppe, für die Somnium das VR1 entwickelt hat.

Besonders stark bei Flugsimulation

Noch deutlicher werden die Vorteile bei Flugsimulatoren.

Cockpitinstrumente profitieren von der hohen Auflösung, während das große Sichtfeld eine bessere Übersicht ermöglicht.

Mit Eye Tracking und Foveated Rendering kann gleichzeitig die enorme Renderlast reduziert werden.

Die Ultimate Edition ermöglicht zusätzlich, reale Cockpit-Hardware über Mixed-Reality-Masken sichtbar zu machen.

Damit lässt sich ein physisches Cockpit mit einer vollständig virtuellen Außenwelt verbinden.

Gerade für professionelle Pilotenausbildung und hochwertige Flugsimulatoren ist das ein besonders interessantes Einsatzszenario.

Auch für professionelle Anwendungen

Somnium richtet das VR1 nicht ausschließlich an Gamer.

Das Headset eignet sich auch für Training, Simulation, Forschung, Entwicklung und industrielle Anwendungen.

Offenes Eye Tracking, OpenXR, modulare Anschlüsse, CAD-basierte Mixed-Reality-Masken und die Möglichkeit eigener Hardwareerweiterungen machen das System für Unternehmen interessant.

Zusätzlich existiert eine spezielle Military Edition, die über den Hardwarepartner VRgineers für professionelle Pilotenausbildung und militärische Anwendungen angeboten wird.

Entwickelt und produziert in Tschechien

Das Somnium VR1 wird in Europa entwickelt und hergestellt, genauer in der Tschechischen Republik.

Somnium Space arbeitet dabei mit dem ebenfalls tschechischen XR-Spezialisten VRgineers zusammen.

VRgineers ist unter anderem für professionelle und militärische High-End-XR-Headsets bekannt.

Diese Zusammenarbeit erklärt teilweise die Ausrichtung des VR1: Die Konstruktion wirkt in vielen Bereichen stärker wie professionelle Simulationshardware als wie klassische Unterhaltungselektronik.

Kein Standalone-Headset

Das Somnium VR1 besitzt keinen integrierten Hauptprozessor für eigenständige VR-Anwendungen.

Ein leistungsfähiger Windows-PC ist deshalb zwingend erforderlich.

Damit unterscheidet sich das Headset fundamental von Meta Quest und anderen Standalone-Systemen.

Dieser Nachteil bringt gleichzeitig einen Vorteil: Gewicht und Entwicklung müssen nicht zusätzlich auf mobilen Prozessor, internen App-Store oder kabelloses Streaming optimiert werden.

Die komplette Rechenleistung kann vom Gaming-PC kommen.

Sehr hohe Anforderungen an die Grafikkarte

Die Kombination aus fast 3K Auflösung pro Auge und großem Sichtfeld stellt hohe Anforderungen an die GPU.

Wer die native Bildqualität des VR1 wirklich ausnutzen möchte, benötigt einen entsprechend leistungsfähigen Gaming-PC.

Besonders Simulatoren wie Microsoft Flight Simulator, DCS World oder moderne Rennsimulationen können selbst aktuelle High-End-Grafikkarten stark belasten.

Eye Tracking und Foveated Rendering sind deshalb gerade beim VR1 besonders wertvoll.

Das Headset richtet sich technisch klar an Systeme der oberen Leistungsklasse.

Aktuelle Editionen

Somnium bietet das VR1 aktuell in mehreren Konfigurationen an.

Visionary Edition

Die Visionary Edition kombiniert das grundlegende VR-System mit Eye Tracking.

Sie richtet sich vor allem an Nutzer, die Dynamic Foveated Rendering und Blickerfassung wünschen, aber weder Handtracking noch Mixed-Reality-Kameras benötigen.

Der aktuelle Herstellerpreis liegt bei ungefähr 2.999 Euro ohne Mehrwertsteuer.

Titan Edition

Die Titan Edition ergänzt das Eye Tracking um Ultraleap-Handtracking.

Damit eignet sich das System zusätzlich für natürliche Handinteraktion, Entwicklung und Anwendungen ohne klassische Controller.

Der aktuelle Herstellerpreis beträgt ungefähr 3.399 Euro ohne Mehrwertsteuer.

Ultimate Edition

Die Ultimate Edition kombiniert VR, Eye Tracking, Ultraleap-Handtracking und das vollständige Mixed-Reality-System mit zwei 12-Megapixel-Passthrough-Kameras.

Sie richtet sich insbesondere an professionelle Simulatoren und Nutzer mit realen Cockpits.

Der aktuelle Herstellerpreis beträgt ungefähr 4.299 Euro ohne Mehrwertsteuer.

Military Edition

Zusätzlich existiert eine Military Edition für professionelle Pilotenausbildung und militärische Anwendungen.

Sie wird nicht regulär über den normalen Onlineshop verkauft, sondern über VRgineers angeboten.

Kein günstiges Consumer-Headset

Bereits die günstigste aktuell angebotene Consumer-Konfiguration bewegt sich preislich deutlich oberhalb typischer VR-Headsets.

Hinzu kommen je nach vorhandenem Setup Base Stations, Controller, Kopfhörer, Korrektionsgläser und ein entsprechend leistungsfähiger PC.

Ein vollständiges Somnium-VR1-System kann deshalb schnell mehrere tausend Euro kosten.

Genau deshalb sollte das Headset nicht als direkter Konkurrent einer Meta Quest betrachtet werden.

Das VR1 konkurriert eher mit anderen High-End-PC-VR-Systemen und professioneller Simulationshardware.

Somnium VR1 gegenüber Standalone-VR

Der größte Unterschied zu einem Standalone-Headset liegt in der Priorisierung.

Eine Meta Quest optimiert auf einfache Einrichtung, kabellose Nutzung, eigenes App-Ökosystem und möglichst niedrigen Preis.

Das Somnium VR1 optimiert auf Bildqualität, großes Sichtfeld, PC-Verbindung, Tracking-Präzision, Offenheit und Modularität.

Dafür benötigt es Kabel, externes Tracking und einen leistungsfähigen Rechner.

Welcher Ansatz sinnvoller ist, hängt deshalb vollständig vom Einsatzzweck ab.

Somnium VR1 gegenüber leichten PC-VR-Headsets

Auch innerhalb der PC-VR-Klasse verfolgt Somnium einen anderen Ansatz als besonders leichte Headsets wie Bigscreen Beyond.

Während ultrakompakte PC-VR-Modelle möglichst wenig Gewicht auf den Kopf bringen möchten, akzeptiert Somnium eine größere und schwerere Konstruktion, um ein wesentlich breiteres Sichtfeld, Mini-LED-Local-Dimming, modulare Sensorik und Mixed Reality zu ermöglichen.

Das VR1 ist dadurch weniger minimalistisch, bietet dafür aber erheblich mehr Hardwareoptionen.

Für wen eignet sich das Somnium VR1?

Das Somnium VR1 richtet sich klar an PC-VR-Enthusiasten, Sim-Racer, Flugsimulator-Fans, Entwickler und professionelle Nutzer, die bereit sind, für eine hochwertige und offene VR-Plattform einen entsprechend hohen Preis zu bezahlen.

Besonders interessant ist es für Nutzer, denen das Sichtfeld klassischer Consumer-Headsets zu klein ist und die gleichzeitig eine hohe Auflösung behalten möchten.

Eye Tracking und Dynamic Foveated Rendering machen das System für anspruchsvolle Simulatoren attraktiver, während Ultraleap-Handtracking und Mixed-Reality-Passthrough zusätzliche professionelle Einsatzmöglichkeiten eröffnen.

Für Einsteiger oder Nutzer, die einfach unkompliziert VR spielen möchten, ist das VR1 dagegen kaum die wirtschaftlichste Lösung. Es benötigt einen leistungsfähigen PC, SteamVR-Basisstationen und zusätzliche Peripherie.

Seine Stärke liegt genau in der kompromisslosen Spezialisierung: Das Somnium VR1 möchte kein Headset für möglichst viele Menschen sein, sondern eine offene High-End-Plattform für Nutzer, die bei PC-VR möglichst wenig Kompromisse bei Sichtfeld, Bildqualität und Erweiterbarkeit eingehen möchten.

Technische Daten des Somnium VR1

Produkttyp: High-End-PC-VR-/Mixed-Reality-Headset
Hersteller: Somnium Space
Entwicklung und Produktion: Tschechien / Europäische Union

Display: QLED Mini-LED Fast LCD
Auflösung: 2.880 × 2.880 Pixel pro Auge
Pixeldichte: bis ca. 35 PPD
Local Dimming: 576 Zonen pro Auge
Kontrast: bis 20.000:1 im HDR-Betrieb
Helligkeit: bis ca. 210 Nits

Sichtfeld horizontal: ca. 130° real/undistorted
Sichtfeld vertikal: ca. 105°
Rendering-FOV: bis ca. 140° horizontal
Linsen: Dual-Element-Asphären
Beschichtung: Anti-Reflexion und Anti-Kratz

Bildwiederholrate: 72 Hz / 90 Hz
Erweiterte Modi: 120 Hz und experimentell bis 144 Hz

IPD: ca. 57–76 mm
IPD-Anpassung: mechanisch
Korrektionsgläser: optional magnetisch einsetzbar

Tracking: SteamVR Lighthouse
Base Stations: SteamVR 1.0 und 2.0 kompatibel
Integrierte IMUs: mehrere, 3DoF-Betrieb möglich

Eye Tracking: optional / editionsabhängig
Eye-Tracking-Frequenz: 120 Hz
Kalibrierung: Single-Point
Foveated Rendering: unterstützt
Eye-Tracking-Software: Open Source
Gaze Analysis: unterstützt
Heatmaps: unterstützt

Handtracking: optional / editionsabhängig
System: Ultraleap
Tracking-FOV: ca. 170 × 170°
Trackingrate: bis 120 Hz

Mixed Reality: optional / Ultimate Edition
Passthrough-Kameras: 2 × 12 MP RGB
Kameraauflösung: ca. 4.056 × 3.040 Pixel
Passthrough-FOV: ca. 125 × 100°
Foveated Transport: unterstützt
Reality Masking: unterstützt
CAD-basierte Masken: unterstützt

PC-Verbindung: DisplayPort 1.4
Kabel: ca. 6 m Hybrid-AOC
DisplayPort-Bandbreite: bis ca. 32 Gbit/s
USB: USB 3.2 Gen 2
USB-Datenrate: bis 10 Gbit/s
USB-C-Anschlüsse am Headset: 3
Audioanschluss: 3,5 mm
Integrierte Kopfhörer: nein

SteamVR: unterstützt
OpenXR: unterstützt
Eigene OpenXR Runtime: vorhanden

Modulare Befestigungspunkte: 4
3D-druckbares Zubehör: unterstützt
CAD-Dateien: verfügbar

Gewicht: ca. 700–850 g je nach Konfiguration
Abmessungen ohne Kopfhalterung: ca. 191 × 124 × 94 mm
Gehäuse: IR-durchlässiger matter Kunststoff
Kopfhalterung: verstellbar mit Memory-Foam-Polstern

Aktuelle Modelle

Somnium VR1 Visionary Edition
VR + Eye Tracking
Preis: ca. 2.999 Euro ohne Mehrwertsteuer

Somnium VR1 Titan Edition
VR + Eye Tracking + Handtracking
Preis: ca. 3.399 Euro ohne Mehrwertsteuer

Somnium VR1 Ultimate Edition
VR + Eye Tracking + Handtracking + Mixed Reality
Preis: ca. 4.299 Euro ohne Mehrwertsteuer

Somnium VR1 Military Edition
Spezialversion für professionelle Pilotenausbildung und militärische Anwendungen

Die wichtigsten Besonderheiten

2.880 × 2.880 Pixel pro Auge: Hohe Auflösung für Simulation, Gaming und professionelle Anwendungen.

130 × 105 Grad Sichtfeld: Deutlich größerer sichtbarer Bereich als bei vielen klassischen Consumer-Headsets.

QLED Mini-LED: 576 Local-Dimming-Zonen pro Auge für höheren Kontrast.

120-Hz-Eye-Tracking: Unterstützt Dynamic Foveated Rendering und professionelle Blickanalyse.

Ultraleap-Handtracking: Großes Trackingfeld von bis zu 170 × 170 Grad.

12-MP-Mixed-Reality-Kameras: Reale Cockpits und Bedienelemente können gezielt innerhalb virtueller Welten sichtbar bleiben.

SteamVR Lighthouse: Kompatibel mit etabliertem hochpräzisem Tracking.

Native DisplayPort-Verbindung: Unkomprimiertes PC-VR-Bild ohne Videostreaming.

Offene Plattform: SteamVR, OpenXR, Open-Source-Eye-Tracking und modulare Hardware.

Produktion in Europa: Entwicklung und Fertigung erfolgen in der Tschechischen Republik.

Das Somnium VR1 ist damit eines der konsequentesten High-End-PC-VR-Headsets für Enthusiasten und Simulation. Während der Markt zunehmend auf leichte Standalone-Geräte setzt, verfolgt Somnium bewusst den entgegengesetzten Weg: große Optik, breites Sichtfeld, native PC-Verbindung, präzises externes Tracking und eine Hardwareplattform, die sich möglichst weit an den eigenen Einsatzzweck anpassen lässt.


Quellen: