Rokid Glasses

Die Rokid Glasses sind eine besonders leichte KI- und AR-Brille, die ein transparentes MicroLED-Display mit einer 12-Megapixel-Kamera, Open-Ear-Audio, multimodaler KI, Echtzeitübersetzung, Navigation und Produktivitätsfunktionen verbindet. Mit einem Gewicht von nur 49 Gramm bewegt sich das Modell deutlich näher an einer normalen Alltagsbrille als klassische AR- oder Mixed-Reality-Headsets. Digitale Informationen werden direkt in das Sichtfeld eingeblendet, während die reale Umgebung weiterhin vollständig sichtbar bleibt.

Im Gegensatz zu reinen Kamera-Smartglasses besitzen die Rokid Glasses ein echtes binokulares MicroLED-Waveguide-Display. Dadurch können Übersetzungen, Navigationshinweise, KI-Antworten, Teleprompter-Texte, Benachrichtigungen und andere Informationen direkt vor den Augen erscheinen. Gleichzeitig ermöglicht die integrierte Sony-Kamera Fotos und Videos aus der Ich-Perspektive sowie eine visuelle KI, die Gegenstände und Situationen in der Umgebung analysieren kann.

Rokid positioniert die Glasses damit zwischen klassischer Smartglass und Augmented-Reality-Brille. Sie sollen weder einen Fernseher ersetzen noch vollständig immersive virtuelle Welten darstellen. Stattdessen konzentriert sich das System darauf, KI und digitale Informationen möglichst unauffällig in den normalen Alltag zu integrieren.


Binokulares MicroLED-Display

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal gegenüber vielen kamera- und audiobasierten Smartglasses ist das integrierte MicroLED-Display.

Die Anzeige wird über eine diffraktive Waveguide-Optik in die transparenten Brillengläser eingespiegelt und steht beiden Augen zur Verfügung. Informationen erscheinen dadurch direkt innerhalb des natürlichen Sichtfeldes, ohne dass ein Smartphone angehoben werden muss.

Das Display arbeitet monochrom in Grün. Damit eignet es sich vor allem für Texte, Pfeile, Symbole, Benachrichtigungen und einfache Benutzeroberflächen. Fotos, Filme oder komplexe farbige AR-Grafiken gehören dagegen nicht zum vorgesehenen Einsatzbereich.

Diese Beschränkung ist gleichzeitig ein wichtiger Bestandteil des Produktkonzepts. Ein monochromes MicroLED-System benötigt weniger Energie und lässt sich wesentlich kompakter in eine leichte Brille integrieren als ein großflächiges Vollfarbdisplay.

480 × 400 Pixel für Informationen im Sichtfeld

Die aktuelle Produktspezifikation nennt eine Displayauflösung von 480 × 400 Pixeln.

Bei einer klassischen Display-Brille wäre dieser Wert niedrig. Die Rokid Glasses versuchen jedoch nicht, einen Monitor oder Fernseher vor den Augen zu ersetzen. Die Anzeige ist für kompakte Informationen wie Untertitel, Navigation, KI-Antworten und Notizen vorgesehen.

In diesem Einsatzbereich spielt nicht nur die reine Pixelzahl eine Rolle, sondern vor allem die Lesbarkeit von Text und die Möglichkeit, Informationen schnell zu erfassen, ohne den Blick von der Umgebung abzuwenden.

30 Grad Sichtfeld

Das Display besitzt ein Sichtfeld von 30 Grad.

Damit ist die virtuelle Anzeige groß genug, um mehrere Textzeilen und grafische Informationen darzustellen, ohne einen zu großen Teil der realen Umgebung zu verdecken.

Für immersive AR-Anwendungen oder virtuelle Großbildschirme ist das Sichtfeld nicht ausgelegt. Genau darin unterscheidet sich das System beispielsweise von Rokid AR Spatial oder klassischen XR-Display-Brillen.

Die Rokid Glasses funktionieren eher wie ein modernes Head-up-Display für den Alltag.

Bis zu 1.500 Nits Helligkeit

Das MicroLED-Display erreicht eine Helligkeit von bis zu 1.500 Nits.

Eine hohe Helligkeit ist für transparente AR-Brillen besonders wichtig. Hinter dem virtuellen Text bleibt schließlich die reale Umgebung sichtbar. Bei Tageslicht oder hellen Innenräumen muss sich die digitale Anzeige deshalb gegen die Helligkeit der Umgebung durchsetzen können.

MicroLED ist für diesen Einsatzzweck besonders geeignet, weil sich sehr kleine und gleichzeitig lichtstarke Projektionssysteme realisieren lassen.

Die Helligkeit lässt sich in mehreren Stufen regulieren, sodass die Anzeige beispielsweise in einem dunklen Raum nicht unnötig intensiv erscheint.

KI-Assistent direkt vor den Augen

Die Rokid Glasses integrieren einen multimodalen KI-Assistenten, der per Sprache aktiviert werden kann.

Mit dem Sprachbefehl „Hi Rokid“ lassen sich Fragen stellen, Funktionen aufrufen und Informationen abrufen. Antworten können anschließend direkt auf dem Display erscheinen oder über die integrierten Lautsprecher wiedergegeben werden.

Rokid kombiniert seine Plattform mit verschiedenen KI-Modellen und nennt unter anderem Qwen, ChatGPT und weitere KI-Dienste. Welche Modelle und Funktionen zur Verfügung stehen, kann sich je nach Region, Softwareversion und Abonnement unterscheiden.

Der entscheidende Unterschied zu einer KI-App auf dem Smartphone liegt weniger im zugrunde liegenden Sprachmodell als in der Bedienung: Du musst dein Smartphone nicht hervorholen, entsperren und eine Anwendung öffnen. Die Brille steht permanent als Schnittstelle zur Verfügung.

Visuelle KI erkennt die Umgebung

Da die Rokid Glasses eine Kamera besitzen, kann der KI-Assistent auch visuelle Informationen einbeziehen.

Die Kamera erfasst dabei grundsätzlich das, was sich vor dem Träger befindet. Eine entsprechende KI-Anfrage kann dadurch nicht nur auf Sprache, sondern auch auf Informationen aus dem Kamerabild reagieren.

So lassen sich beispielsweise Gegenstände identifizieren, Texte interpretieren oder Informationen zu sichtbaren Objekten abrufen.

Das unterscheidet die Rokid Glasses deutlich von kamerafreien HUD-Brillen. Dort kann eine KI zwar Fragen beantworten, weiß jedoch nicht automatisch, worauf der Nutzer gerade blickt.

12-Megapixel-Kamera von Sony

Die integrierte Kamera basiert auf einem Sony IMX681 mit 12 Megapixeln.

Fotos werden mit einer nativen Auflösung von 3.024 × 4.032 Pixeln aufgenommen. Je nach Modus stehen verschiedene Seitenverhältnisse zur Verfügung.

Die Kamera besitzt eine Blende von f/2.25 und ein besonders breites diagonales Sichtfeld von ungefähr 109 Grad.

Damit lassen sich Szenen relativ weitwinklig erfassen, was für eine Brillenkamera sinnvoll ist. Schließlich gibt es keinen klassischen Kamerasucher, mit dem ein kleiner Bildausschnitt präzise ausgerichtet werden könnte.

Die Kamera ist außerdem leicht nach innen geneigt, damit die Aufnahme stärker dem natürlichen Blickbereich des Trägers entspricht.

Videos mit bis zu 3K bei 30 Bildern pro Sekunde

Neben Fotos können die Rokid Glasses Videos aus der Ich-Perspektive aufnehmen.

Unterstützt werden Auflösungen von bis zu 3K bei 30 Bildern pro Sekunde. Zusätzlich stehen unterschiedliche Seitenverhältnisse und niedrigere Auflösungsstufen zur Verfügung.

Damit liegt die Videoauflösung über dem klassischen Full-HD-Niveau vieler früher Smartglasses.

Eine Brillenkamera ersetzt trotzdem nicht automatisch ein hochwertiges Smartphone oder eine Action-Cam. Ihr großer Vorteil liegt vielmehr darin, dass Aufnahmen vollständig freihändig aus der eigenen Perspektive entstehen können.

Aufnahmen aus der Ich-Perspektive

Smartglasses verändern die Art, wie spontane Aufnahmen entstehen.

Statt ein Smartphone hervorzuholen, die Kamera zu starten und das Gerät vor das Gesicht zu halten, können die Rokid Glasses das Geschehen ungefähr aus der eigenen Blickrichtung aufnehmen.

Das eignet sich beispielsweise für Reisen, Spaziergänge, Veranstaltungen, kurze Alltagssituationen oder Situationen, in denen beide Hände frei bleiben sollen.

Ein kurzer Tastendruck kann für Fotos verwendet werden, während ein längerer Druck die Videoaufnahme startet.

Kamera-Indikator für mehr Transparenz

Bei einer Kamera direkt im Brillengestell spielt Privatsphäre eine besonders wichtige Rolle.

Die Rokid Glasses besitzen deshalb eine sichtbare Kamera-Statusanzeige. Zusätzlich überwacht ein Sensor, ob die entsprechende Anzeige verdeckt wird.

Damit soll für Personen in der Umgebung deutlicher erkennbar sein, wenn eine Aufnahme stattfindet.

Unabhängig davon müssen selbstverständlich die jeweiligen Datenschutz-, Persönlichkeits- und Aufnahmevorschriften beachtet werden.

Echtzeitübersetzung direkt im Glas

Eine der wichtigsten Funktionen der Rokid Glasses ist die Echtzeitübersetzung.

Gesprochene Sprache wird über die Mikrofone aufgenommen und anschließend als übersetzter Text direkt innerhalb der Brillengläser dargestellt.

Dadurch muss während eines Gesprächs nicht ständig auf das Smartphone geschaut werden. Der Blick kann beim Gesprächspartner bleiben, während die Übersetzung wie Untertitel im Sichtfeld erscheint.

Gerade auf Reisen, bei internationalen Meetings oder im Gespräch mit Menschen, deren Sprache man nicht beherrscht, gehört diese Funktion zu den interessantesten Einsatzmöglichkeiten einer Display-Smartglass.

Bis zu 89 Sprachen

Rokid nennt für die Übersetzungsplattform Unterstützung für bis zu 89 Sprachen im Onlinebetrieb.

Zusätzlich werden mehrere Sprachen auch offline unterstützt.

In Verbindung mit der Hi-Rokid-App lässt sich außerdem eine zweiseitige Übersetzung verwenden. Dadurch können beide Gesprächspartner in unterschiedlichen Sprachen sprechen, während das System die jeweiligen Inhalte übersetzt.

Rokid bewirbt dabei besonders niedrige Verzögerungen von unter einer Sekunde unter geeigneten Bedingungen.

Die tatsächliche Geschwindigkeit hängt natürlich von Netzwerkverbindung, Sprache, Serverauslastung und Komplexität der gesprochenen Inhalte ab.

Live-Transkription

Neben Übersetzungen können die Mikrofone Gespräche auch als Live-Text transkribieren.

Dadurch erscheint gesprochene Sprache unmittelbar als Text vor den Augen.

Die Funktion kann beispielsweise bei Vorträgen, Meetings oder in lauten Umgebungen hilfreich sein. Statt ausschließlich auf den Ton angewiesen zu sein, steht gleichzeitig eine visuelle Darstellung zur Verfügung.

Meeting-Notizen und Zusammenfassungen

Die Rokid Glasses können Gespräche und Meetings nicht nur transkribieren, sondern die Inhalte anschließend mithilfe von KI weiterverarbeiten.

Dazu gehören Meeting-Notizen, Zusammenfassungen und die Extraktion wichtiger Informationen.

Damit wird die Brille zu einem Produktivitätswerkzeug: Statt während einer Besprechung permanent selbst mitzuschreiben, kann das System Teile der Dokumentation übernehmen.

Bei entsprechenden Aufzeichnungen sollten Teilnehmer selbstverständlich über die Aufnahme informiert werden und die geltenden rechtlichen Anforderungen eingehalten werden.

Unsichtbarer Teleprompter

Eine weitere praktische Funktion ist der Teleprompter.

Vorbereitete Texte können direkt innerhalb des Sichtfeldes angezeigt werden. Für Personen vor dir bleibt dieser Text unsichtbar.

Dadurch kann die Brille für Präsentationen, Vorträge, Videos oder Moderationen eingesetzt werden.

Der große Vorteil gegenüber einem klassischen Teleprompter liegt darin, dass kein großer Bildschirm neben oder hinter der Kamera benötigt wird. Der Text befindet sich direkt im eigenen Sichtfeld.

Gerade für Content Creator, Moderatoren oder Personen, die regelmäßig Präsentationen halten, kann diese Funktion einen praktischen Mehrwert bieten.

Navigation im Sichtfeld

Die Rokid Glasses können außerdem Navigationshinweise direkt auf dem Display anzeigen.

Eine Route lässt sich beispielsweise per Sprache starten. Anschließend erscheinen Richtungsinformationen innerhalb des Sichtfeldes, sodass nicht permanent auf das Smartphone geschaut werden muss.

Diese Art der Heads-up-Navigation ist einer der klassischen Anwendungsfälle für Augmented Reality.

Beim Gehen durch eine unbekannte Stadt kann der Blick auf der Umgebung bleiben, während digitale Hinweise die Richtung zeigen.

Für den vollständigen Zugriff auf bestimmte Navigationsfunktionen können abhängig von Region und Angebot zusätzliche Dienste oder Abonnements notwendig sein.

Benachrichtigungen ohne Smartphone in der Hand

Die Rokid Glasses können auch Benachrichtigungen visuell und akustisch ausgeben.

Damit lassen sich bestimmte Informationen überprüfen, ohne das Smartphone aus der Tasche zu nehmen.

Konzeptionell übernimmt die Brille damit teilweise eine ähnliche Rolle wie eine Smartwatch. Der Unterschied besteht darin, dass Informationen nicht am Handgelenk, sondern unmittelbar innerhalb des Blickfeldes erscheinen.

Zwei Open-Ear-Lautsprecher

In den Bügeln befinden sich zwei gerichtete AAC-Lautsprecher.

Sie geben Musik, Telefonate, KI-Antworten und andere Audiosignale wieder, ohne dass zusätzliche Kopfhörer getragen werden müssen.

Der Klang wird dabei gezielt in Richtung der Ohren abgestrahlt.

Die offene Bauweise hat einen wichtigen Vorteil: Verkehrsgeräusche, Gespräche und andere Umgebungsgeräusche bleiben weiterhin hörbar.

Das macht Open-Ear-Audio insbesondere für den mobilen Alltag attraktiv.

Privaterer Audiobereich

Rokid versucht gleichzeitig, die Schallabstrahlung nach außen möglichst gering zu halten.

Die gerichteten Lautsprecher erzeugen einen vergleichsweise kleinen persönlichen Audiobereich rund um die Ohren.

Dadurch sollen Personen neben dir weniger deutlich hören können, welche Inhalte wiedergegeben werden.

Vollständig privat wird offenes Audio allerdings nicht. In einer sehr ruhigen Umgebung und bei hoher Lautstärke können Personen in unmittelbarer Nähe weiterhin Teile der Wiedergabe hören.

Verschiedene Audiomodi

Das Audiosystem bietet unterschiedliche Abstimmungen für verschiedene Inhalte.

Rokid nennt unter anderem Modi für Rhythm, Clarity und Podcast.

Dadurch kann die Wiedergabe beispielsweise stärker auf Musik, Sprache oder Podcasts abgestimmt werden.

Für eine leichte Smartglass ist die Audiolösung weniger auf starken Bass ausgerichtet als auf Sprache, Alltag und unkomplizierte Medienwiedergabe.

Vier Mikrofone

Für KI, Telefonie, Übersetzung und Aufnahmen besitzt die Brille ein Array aus vier Mikrofonen.

Die Mikrofone arbeiten mit gerichteter Spracherfassung und Rauschunterdrückungsalgorithmen.

Dadurch soll die eigene Stimme auch in Umgebungen mit Wind oder anderen Geräuschen verständlich erfasst werden.

Eine zuverlässige Spracherkennung ist für das Bedienkonzept besonders wichtig, da viele Funktionen der Brille über Sprache gesteuert werden.

Anrufe direkt über die Brille

Die Rokid Glasses können auch für Telefonate verwendet werden.

Lautsprecher und Mikrofone übernehmen dabei die Funktionen eines Open-Ear-Headsets.

Bestimmte Anrufaktionen können außerdem über Kopfbewegungen gesteuert werden. Dadurch lassen sich beispielsweise Anrufe annehmen oder ablehnen, ohne direkt das Smartphone bedienen zu müssen.

Snapdragon AR1 Gen 1

Im Inneren arbeitet Qualcomms Snapdragon AR1 Gen 1.

Der Prozessor wurde speziell für Smartglasses und kompakte Wearables entwickelt und verbindet Kamera-, KI-, Audio- und AR-Funktionen mit einem vergleichsweise niedrigen Energieverbrauch.

Rokid kombiniert den Snapdragon AR1 mit einem zusätzlichen NXP-RT600-Prozessor.

Diese Dual-Chip-Architektur erlaubt es, unterschiedliche Aufgaben zwischen einem leistungsfähigeren Hauptprozessor und einem besonders sparsamen Co-Prozessor aufzuteilen.

Das ist gerade bei einer Smartglass wichtig, da für einen großen Akku kaum Platz vorhanden ist.

2 GB RAM und 32 GB Speicher

Die Rokid Glasses verfügen über 2 GB Arbeitsspeicher und 32 GB internen Speicher.

Der interne Speicher wird unter anderem für Fotos, Videos, Systemdateien und lokale Daten verwendet.

Im Vergleich zu einem Smartphone wirkt die Speicherkapazität relativ klein. Die Brille ist jedoch nicht dafür vorgesehen, große App-Sammlungen oder eine umfangreiche Mediathek lokal zu speichern.

Der Schwerpunkt liegt auf KI, Kamera, Kommunikation und Informationen im Sichtfeld.

Wi-Fi 6

Für schnelle Netzwerkverbindungen unterstützt die Brille Wi-Fi 6.

Eine WLAN-Verbindung ist insbesondere für KI-Dienste, Übersetzungen, Updates und andere internetbasierte Funktionen relevant.

Da verschiedene KI-Funktionen teilweise cloudbasiert arbeiten, kann die Qualität der Netzwerkverbindung unmittelbaren Einfluss auf Geschwindigkeit und Reaktionszeit haben.

Bluetooth 5.3

Für die Verbindung zum Smartphone und zu weiteren Geräten steht Bluetooth 5.3 zur Verfügung.

Über Bluetooth können unter anderem Telefonate, Musik und Companion-Funktionen abgewickelt werden.

Die Verwaltung erfolgt über die Hi Rokid App, die als zentrale Schnittstelle für Einstellungen und verschiedene Smartglass-Funktionen dient.

Hi Rokid App

Die Hi Rokid App verbindet die Smartglass mit dem Smartphone.

Darüber lassen sich unter anderem Geräteeinstellungen ändern, Aufnahmen verwalten, Übersetzungen konfigurieren und verschiedene KI- sowie Navigationsfunktionen aufrufen.

Das Smartphone bleibt damit ein wichtiger Bestandteil des Gesamtsystems.

Die Brille soll es allerdings ermöglichen, deutlich weniger häufig direkt auf das Smartphone schauen zu müssen.

Nur 49 Gramm Gewicht

Mit einem Gewicht von lediglich 49 Gramm gehört die Rokid Glasses zu den besonders leichten Smartglasses mit Display, Kamera und Audio.

Das geringe Gewicht ist entscheidend für den vorgesehenen Alltagseinsatz.

Während klassische AR-Headsets häufig mehr als 100 Gramm oder sogar mehrere hundert Gramm wiegen, nähert sich die Rokid Glasses stärker einer normalen Brille.

Eine typische Korrektionsbrille ist weiterhin leichter, doch 49 Gramm ermöglichen wesentlich längere Tragezeiten als bei klassischen XR-Headsets.

TR90-Rahmen

Der Rahmen besteht aus TR90, einem leichten und flexiblen Hochleistungskunststoff.

Das Material wird häufig bei Sport- und Brillenfassungen eingesetzt, weil es geringes Gewicht mit guter Flexibilität verbindet.

Rokid kombiniert den Rahmen mit Scharnieren aus Titanlegierung.

Dadurch soll die Konstruktion gleichzeitig leicht und widerstandsfähig bleiben.

Titan-Scharniere für den Alltag

Die Scharniere sind für häufiges Auf- und Zuklappen ausgelegt.

Rokid nennt eine Konstruktion, die bis zu 20.000 Faltvorgänge ohne dauerhafte Verformung überstehen soll.

Das ist gerade bei einer Smartglass relevant, die nicht nur gelegentlich als Technik-Gadget, sondern wie eine normale Brille regelmäßig auf- und abgesetzt werden soll.

Air-Nose-Pads

Für zusätzlichen Komfort verwendet Rokid spezielle Air-Nose-Pads.

Sie sollen den Druck auf die Nase besser verteilen und dadurch längeres Tragen angenehmer machen.

Zusätzlich werden unterschiedliche Nasenpads angeboten beziehungsweise mitgeliefert, damit die Brille besser an verschiedene Gesichtsformen angepasst werden kann.

Korrektionsgläser möglich

Die Rokid Glasses können auch von Nutzern mit Fehlsichtigkeit verwendet werden.

Dafür steht ein magnetischer Rahmen für Korrektionsgläser zur Verfügung.

Rokid unterstützt einen sehr großen Korrektionsbereich von ungefähr +15 bis -15 Dioptrien, wobei die tatsächlichen Möglichkeiten von Glastyp, Optiker und individueller Sehstärke abhängen.

Auch komplexere Lösungen wie Gleitsicht oder Astigmatismuskorrektur können je nach Anbieter möglich sein.

Dadurch lässt sich die Smartglass grundsätzlich auch von Nutzern verwenden, die dauerhaft eine Sehkorrektur benötigen.

210-mAh-Akku

In dem leichten Rahmen befindet sich ein 210-mAh-Akku.

Auf den ersten Blick wirkt diese Kapazität klein. Innerhalb eines 49 Gramm leichten Brillengestells steht jedoch nur sehr begrenzter Platz für Akkuzellen zur Verfügung.

Rokid kombiniert deshalb verschiedene Energiespartechniken mit Schnellladen und optionalem Ladezubehör.

Die tatsächliche Laufzeit hängt besonders stark davon ab, welche Funktionen verwendet werden.

Rund 8 bis 10 Stunden bei gemischter Nutzung

Rokid nennt für gemischte typische Nutzung ungefähr 8 bis 10 Stunden.

Dabei ist das Display nicht dauerhaft eingeschaltet und rechenintensive Funktionen werden nur gelegentlich verwendet.

Bei kontinuierlichem Betrieb fallen die Laufzeiten entsprechend kürzer aus.

Musikwiedergabe ist ungefähr fünf bis sechs Stunden möglich, Telefonate rund vier Stunden und ein dauerhaft aktives Display ungefähr zwei Stunden.

Intensive Videoaufnahme beansprucht den Akku besonders stark.

Rund 45 Minuten kontinuierliche Videoaufnahme

Bei dauerhafter Videoaufnahme liegt die Laufzeit bei ungefähr 45 Minuten.

Dieser deutliche Unterschied gegenüber typischer Nutzung zeigt, wie stark Kamera, Bildverarbeitung und Speicher den Energieverbrauch erhöhen.

Für kurze spontane Clips ist die Brille gut geeignet. Wer dagegen stundenlange POV-Aufnahmen plant, benötigt regelmäßige Ladepausen oder zusätzliches Ladezubehör.

80 Prozent in rund 20 Minuten

Positiv ist die schnelle Ladefunktion.

Die Rokid Glasses können laut Hersteller in ungefähr 20 Minuten auf rund 80 Prozent geladen werden.

Dadurch reichen bereits kurze Pausen aus, um wieder einen großen Teil der Akkukapazität verfügbar zu machen.

Geladen wird über einen magnetischen Anschluss und ein entsprechendes Ladekabel.

Optionales Ladecase

Für längere Nutzung bietet Rokid ein separates Ladecase mit 3.000 mAh an.

Damit lassen sich die Glasses laut Hersteller mehr als zehnmal vollständig aufladen.

Das Case übernimmt gleichzeitig die Funktion eines Schutzetuis und einer mobilen Powerbank.

Gerade für Reisen kann dies sinnvoll sein, weil die Brille unterwegs mehrfach geladen werden kann, ohne nach einer Steckdose suchen zu müssen.

Power Capsule als weitere Energieoption

Zusätzlich bietet Rokid eine Power Capsule als kompaktes externes Akkuzubehör an.

Das Grundkonzept entspricht einem wichtigen Trend bei leichten Smartglasses: Statt einen großen und schweren Akku direkt in die Brille einzubauen, wird zusätzliche Energie bei Bedarf außerhalb des Rahmens bereitgestellt.

Dadurch bleibt die eigentliche Brille leichter.

IPX4 gegen Spritzwasser

Die Rokid Glasses besitzen eine IPX4-Zertifizierung.

Damit sind sie gegen Spritzwasser aus verschiedenen Richtungen geschützt.

Leichter Regen oder Schweiß stellen damit grundsätzlich weniger schnell ein Problem dar.

Die Schutzklasse bedeutet allerdings nicht, dass die Brille wasserdicht ist. Schwimmen, Duschen oder vollständiges Untertauchen sind nicht vorgesehen.

Rokid Glasses und Rokid AI Glasses Neo sind unterschiedliche Produkte

Bei der Bezeichnung ist eine wichtige Unterscheidung notwendig.

Die Rokid Glasses besitzen ein MicroLED-Display und wiegen ungefähr 49 Gramm.

Daneben bietet Rokid mit Modellen wie den Rokid AI Glasses Neo beziehungsweise Style leichtere Smartglasses ohne Display an.

Diese Modelle konzentrieren sich stärker auf Kamera, KI und Open-Ear-Audio und wiegen nur rund 38,5 Gramm.

Wer Übersetzungen, Navigation oder KI-Antworten tatsächlich direkt vor den Augen sehen möchte, benötigt die Display-Version der Rokid Glasses.

Rokid Glasses gegenüber Ray-Ban Meta

Im Vergleich zu kameraorientierten Smartglasses wie Ray-Ban Meta besitzen die Rokid Glasses einen entscheidenden zusätzlichen Baustein: das Display.

Eine reine Kamera- und Audio-Smartglass kann KI-Antworten über Lautsprecher wiedergeben, Fotos aufnehmen und Telefonate ermöglichen.

Die Rokid Glasses können Informationen dagegen zusätzlich sichtbar machen.

Bei Übersetzungen erscheinen beispielsweise Untertitel im Blickfeld. Navigation kann über visuelle Hinweise erfolgen und ein Teleprompter lässt sich vollständig unsichtbar für Außenstehende verwenden.

Dafür erhöht das Display Komplexität, Energieverbrauch und Gewicht.

Rokid Glasses gegenüber Rokid AR Spatial

Auch innerhalb des Rokid-Portfolios erfüllen die Glasses eine völlig andere Aufgabe als Rokid AR Spatial.

AR Spatial konzentriert sich auf große virtuelle Bildschirme, Filme, Gaming und Produktivität mit mehreren Fenstern.

Die Rokid Glasses sind dagegen für kurze Informationen während des normalen Alltags ausgelegt.

Mit ihnen sollst du beispielsweise durch eine Stadt laufen, ein Gespräch führen oder eine Präsentation halten können, während digitale Informationen eingeblendet werden.

Die beiden Systeme ergänzen sich deshalb eher, als dass sie direkte Konkurrenten sind.

Kein Ersatz für ein VR-Headset

Trotz Display und AR-Funktionen sind die Rokid Glasses kein VR- oder Mixed-Reality-Headset.

Das monochrome 30-Grad-Display eignet sich nicht für immersive Spiele, große virtuelle Welten oder Kinofilme.

Auch vollständiges 6DoF-Raumtracking und komplexes Handtracking gehören nicht zum Schwerpunkt.

Die Stärke liegt vielmehr darin, digitale Informationen verfügbar zu machen, ohne den Nutzer von der realen Umgebung abzuschirmen.

Für Reisen besonders interessant

Reisen gehören zu den interessantesten Einsatzbereichen.

Live-Übersetzungen können Gespräche vereinfachen, Navigation hilft beim Finden eines Ziels und die visuelle KI kann Informationen über die Umgebung bereitstellen.

Gleichzeitig lassen sich Fotos und kurze Videos aufnehmen, ohne das Smartphone ständig in der Hand zu halten.

Mit 49 Gramm bleibt die Brille dabei leicht genug, um sie deutlich länger als ein klassisches AR-Headset zu tragen.

Für Beruf und Meetings

Auch für berufliche Anwendungen bietet das System mehrere Funktionen.

Meetings können transkribiert und zusammengefasst werden, während der Teleprompter vorbereitete Texte direkt vor den Augen anzeigt.

Benachrichtigungen und Notizen lassen sich abrufen, ohne ständig zum Smartphone zu greifen.

Gerade für Präsentationen und internationale Gespräche kombiniert die Brille mehrere Funktionen, die bei klassischen Smartglasses meist getrennt voneinander existieren.

Für wen eignen sich die Rokid Glasses?

Die Rokid Glasses richten sich vor allem an Nutzer, die KI, Kamera und ein sichtbares Head-up-Display in einer möglichst leichten Alltagsbrille kombinieren möchten.

Besonders interessant sind sie für Reisende, internationale Geschäftskontakte, Präsentationen, Content Creation und Nutzer, die möglichst selten zum Smartphone greifen möchten.

Das MicroLED-Display liefert keine immersive AR-Welt, bietet aber genau die Art von Informationen, die unterwegs tatsächlich hilfreich sein können: Übersetzungen, Pfeile, Texte, Benachrichtigungen und KI-Antworten.

Wer hauptsächlich Fotos, Musik und Telefonate nutzen möchte, kann mit einer leichteren Smartglass ohne Display auskommen. Für Filme, Gaming und große virtuelle Bildschirme sind dagegen Modelle wie Rokid AR Spatial besser geeignet.

Die Stärke der Rokid Glasses liegt deshalb in einem anderen Ansatz: Sie versuchen nicht, möglichst viel digitale Welt vor die Augen zu bringen, sondern genau die Informationen einzublenden, die im jeweiligen Moment nützlich sind.

Technische Daten der Rokid Glasses

Produkttyp: KI-/AR-Smartglasses mit Display
Display: binokulares MicroLED-Waveguide
Darstellung: monochrom Grün
Auflösung: 480 × 400 Pixel
Sichtfeld: 30°
Helligkeit: bis 1.500 Nits
Augenabstand zur Optik: ca. 18 mm

Prozessor: Qualcomm Snapdragon AR1 Gen 1
Co-Prozessor: NXP RT600
Arbeitsspeicher: 2 GB
Speicher: 32 GB

KI-Assistent: unterstützt
Sprachaktivierung: „Hi Rokid“
Visuelle KI: unterstützt
Echtzeitübersetzung: bis zu 89 Online-Sprachen
Offline-Übersetzung: ausgewählte Sprachen
Live-Transkription: unterstützt
Meeting-Zusammenfassungen: unterstützt
Teleprompter: unterstützt
Navigation: unterstützt
Benachrichtigungen: visuell und akustisch
Notizen: unterstützt

Kamera: Sony IMX681
Auflösung: 12 MP
Fotoauflösung: 3.024 × 4.032 Pixel
Maximale Videoauflösung: bis 3K bei 30 fps
Blende: f/2.25
Kamera-Sichtfeld: ca. 109° diagonal
Autofokus: nein
Schärfebereich: ca. 34 cm bis unendlich
Kamera-Indikator: vorhanden

Lautsprecher: 2 gerichtete AAC Open-Ear-Lautsprecher
Mikrofone: 4-Mikrofon-Array
Geräuschunterdrückung: unterstützt
Telefonie: unterstützt

WLAN: Wi-Fi 6
Bluetooth: Bluetooth 5.3
IMU: integriert
SDK: unterstützt

Akku: 210 mAh
Gemischte Nutzung: ca. 8–10 Stunden
Musikwiedergabe: ca. 5–6 Stunden
Telefonie: ca. 4 Stunden
Dauerhaftes Display: ca. 2 Stunden
Kontinuierliche Videoaufnahme: ca. 45 Minuten
Schnellladen: ca. 80 % in 20 Minuten
Ladeanschluss: magnetisches Ladekabel

Optionales Ladecase: 3.000 mAh
Ladevorgänge über Ladecase: mehr als 10 möglich
Power Capsule: optional erhältlich

Schutzklasse: IPX4
Rahmenmaterial: TR90
Scharniere: Titanlegierung
Gewicht: ca. 49 g
Korrektionsgläser: unterstützt
Korrektionsbereich: bis ungefähr +15 / -15 dpt, abhängig von Gläsern und Optiker

Abmessungen: ca. 155,5 mm Bügellänge
Rahmenbreite: ca. 146,3 mm zwischen den Scharnieren
Glasbreite: ca. 49 mm
Rahmenhöhe: ca. 44,4 mm

Die wichtigsten Besonderheiten

49 Gramm: Sehr leicht für eine Smartglass mit Kamera, Display, Audio und eigenem KI-Prozessor.

MicroLED-Display: Informationen erscheinen direkt innerhalb des Sichtfeldes.

1.500 Nits: Hohe Helligkeit für bessere Lesbarkeit auch in helleren Umgebungen.

89 Sprachen: Umfangreiche Echtzeitübersetzung mit sichtbaren Untertiteln.

12-MP-Sony-Kamera: Fotos und Videos bis 3K aus der Ich-Perspektive.

Multimodale KI: Sprach- und visuelle Informationen können gemeinsam verarbeitet werden.

Teleprompter: Texte direkt vor den Augen, ohne sichtbaren externen Bildschirm.

Heads-up-Navigation: Richtungsinformationen erscheinen direkt im Blickfeld.

Open-Ear-Audio: Musik, Telefonate und KI-Antworten ohne zusätzliche Kopfhörer.

Schnellladen: Rund 80 Prozent Akkuladung innerhalb von etwa 20 Minuten.

Die Rokid Glasses gehören damit zu einer neuen Generation von Smartglasses, die Kamera, KI, Audio und ein echtes Display miteinander kombinieren, ohne die Größe eines klassischen AR-Headsets zu erreichen. Ihr Schwerpunkt liegt nicht auf virtuellen Welten, sondern darauf, Übersetzung, Navigation, Kommunikation und KI möglichst selbstverständlich in den Alltag einzubauen.