Rokid AR Spatial

Rokid AR Spatial ist ein mobiles Spatial-Computing-System, das die leichte Rokid Max 2 Display-Brille mit der eigenständigen Recheneinheit Rokid Station 2 kombiniert. Das System erzeugt eine virtuelle Arbeits- und Entertainment-Umgebung mit einem bis zu 300 Zoll großen Bildschirm, bis zu drei gleichzeitig geöffneten virtuellen Fenstern und räumlicher 3DoF-Stabilisierung. Damit geht Rokid deutlich über eine einfache Videobrille hinaus: Filme, Spiele und Smartphone-Inhalte lassen sich nicht nur groß darstellen, sondern Anwendungen können innerhalb einer räumlichen Benutzeroberfläche nebeneinander angeordnet und genutzt werden.

Die eigentliche Brille wiegt nur rund 75 Gramm und arbeitet mit Sony-Micro-OLED-Displays, die in Verbindung mit der Station 2 eine Auflösung von bis zu 1.920 × 1.200 Pixeln pro Auge ermöglichen. Hinzu kommen bis zu 120 Hz, 50 Grad Sichtfeld, integrierte Lautsprecher und eine direkte Kurzsichtigkeitskorrektur von 0 bis -6,00 Dioptrien. Die Station 2 übernimmt währenddessen die Rechenarbeit und stellt mit 8 GB RAM, 128 GB Speicher, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.2 und einem 5.000-mAh-Akku eine eigenständige mobile Plattform bereit.

Rokid AR Spatial richtet sich damit vor allem an Nutzer, die unterwegs einen großen Bildschirm, mehrere virtuelle Arbeitsflächen oder ein persönliches Kino nutzen möchten, ohne ein schweres VR-Headset tragen zu müssen.


Zwei Geräte bilden ein Spatial-Computing-System

Rokid AR Spatial ist kein einzelnes Brillenmodell, sondern besteht im Kern aus zwei Komponenten: der Rokid Max 2und der Rokid Station 2.

Die Max 2 übernimmt Bild- und Audiowiedergabe. Die Station 2 funktioniert dagegen wie ein kompakter Spatial-Computer. Sie stellt Betriebssystem, Anwendungen, Speicher, Netzwerkverbindungen und räumliche Funktionen bereit.

Gerade diese Kombination unterscheidet AR Spatial von einer einfachen Max 2, die direkt mit Smartphone, Notebook oder Gaming-Handheld verbunden wird. Erst mit der Station 2 stehen Funktionen wie räumlich positionierte Bildschirme, Multitasking mit mehreren Fenstern und das speziell angepasste Betriebssystem YodaOS-Master zur Verfügung.

Das Ergebnis liegt konzeptionell zwischen einer klassischen Display-Brille und einem Spatial-Computing-Headset. Die Hardware bleibt leicht und kompakt, während ein großer Teil der Rechenleistung in ein separates Gerät ausgelagert wird.

Virtueller Bildschirm mit bis zu 300 Zoll

Eine der wichtigsten Funktionen von Rokid AR Spatial ist der Giant Screen Mode. Dabei entsteht vor dem Nutzer eine virtuelle Bildfläche von bis zu ungefähr 300 Zoll.

Die tatsächliche Wirkung lässt sich weniger mit einem physischen 300-Zoll-Fernseher als mit einer sehr großen Leinwand vergleichen, die in virtueller Entfernung vor dem Nutzer positioniert wird. Dadurch können Filme, Spiele oder Anwendungen deutlich größer erscheinen als auf einem Notebook, Tablet oder Gaming-Handheld.

Anders als bei einem klassischen Monitor muss diese Leinwand nicht auf einem Schreibtisch stehen. Das virtuelle Display kann innerhalb des unterstützten räumlichen Bereichs positioniert werden und bleibt durch das 3DoF-Tracking stabil im Sichtfeld beziehungsweise an der gewählten Ausrichtung.

Gerade unterwegs ist das interessant: Ein kleiner Sitzplatz im Zug oder Flugzeug reicht aus, um eine virtuelle Arbeits- oder Kinofläche zu erzeugen, für die physisch mehrere Meter Platz notwendig wären.

Bis zu drei virtuelle Bildschirme

Eine der wichtigsten Funktionen gegenüber einfachen Videobrillen ist das Multi-Screen-Multitasking.

Rokid AR Spatial kann über Station 2 bis zu drei virtuelle Bildschirme beziehungsweise Anwendungsfenster gleichzeitig darstellen. Dadurch lässt sich beispielsweise ein Browser in der Mitte platzieren, während links ein Messenger und rechts ein Video oder Dokument geöffnet ist.

Das System versucht damit, die Arbeitsweise eines klassischen Multi-Monitor-Setups in eine mobile Brille zu übertragen.

Besonders interessant ist dies für Nutzer, die unterwegs mit Notebook, Tastatur und Maus arbeiten. Statt mehrere physische Displays aufzubauen, können mehrere virtuelle Flächen innerhalb der Brille angeordnet werden.

Für produktives Arbeiten ist allerdings zu berücksichtigen, dass die wahrgenommene Schärfe und Ergonomie nicht automatisch mit hochwertigen Desktop-Monitoren vergleichbar ist. Die Stärke des Systems liegt vor allem darin, viel virtuelle Bildschirmfläche in einem sehr kompakten Format bereitzustellen.

Sony Micro-OLED mit bis zu 1.200p pro Auge

Die Rokid Max 2 verwendet 0,68 Zoll große Micro-OLED-Panels von Sony.

Standardmäßig können Inhalte mit 1.920 × 1.080 Pixeln pro Auge dargestellt werden. In Verbindung mit kompatiblen Quellen beziehungsweise der Station 2 unterstützt die Brille außerdem bis zu 1.920 × 1.200 Pixel pro Auge.

Das zusätzliche vertikale Bildformat ist besonders für Produktivität interessant. Bei Webseiten, Dokumenten und Arbeitsoberflächen steht dadurch etwas mehr nutzbare Fläche zur Verfügung als bei klassischem 16:9-Full-HD.

Micro-OLED eignet sich besonders gut für kompakte XR-Brillen, da die Displays eine hohe Pixeldichte mit schnellen Reaktionszeiten und guten Schwarzwerten verbinden.

Anders als LCD benötigt OLED keine separate Hintergrundbeleuchtung. Jeder Pixel erzeugt sein eigenes Licht und kann für schwarze Bildbereiche praktisch vollständig abgeschaltet werden.

100.000:1 Kontrast

Rokid gibt für die Displays ein Kontrastverhältnis von 100.000:1 an.

Vor allem Filme, Spiele und dunkle Benutzeroberflächen profitieren von den hohen Kontrastwerten der OLED-Technik. Helle Elemente können sich deutlich von schwarzen Bereichen abheben.

Da es sich um eine Display-Brille mit transparenter beziehungsweise halbtransparenter optischer Konstruktion handelt, beeinflusst allerdings auch das Umgebungslicht den wahrgenommenen Kontrast.

In heller Umgebung kann die reale Welt stärker durch die virtuelle Darstellung sichtbar bleiben. Für möglichst intensive Film- oder Gaming-Sessions eignet sich deshalb eine dunklere Umgebung beziehungsweise eine Lichtabschirmung besonders gut.

Bis zu 600 Nits

Die maximale wahrgenommene Helligkeit beträgt bis zu 600 Nits.

Das ist besonders relevant, weil das virtuelle Bild nicht auf einem normalen Monitor entsteht, sondern über ein optisches System direkt vor den Augen dargestellt wird.

Rokid bietet mehrere Helligkeitsstufen, sodass sich die Darstellung an verschiedene Umgebungen anpassen lässt.

Für einen dunklen Raum muss die maximale Helligkeit normalerweise nicht ausgeschöpft werden. In heller Umgebung kann dagegen eine höhere Einstellung notwendig sein, damit sich das virtuelle Bild ausreichend stark vom Hintergrund absetzt.

50 Grad Sichtfeld

Die Rokid Max 2 besitzt ein Sichtfeld von ungefähr 50 Grad.

Damit bewegt sie sich im oberen Bereich vieler klassischer Consumer-Display-Brillen. Das virtuelle Display nimmt einen deutlich wahrnehmbaren Bereich des zentralen Sichtfeldes ein, ohne die reale Umgebung vollständig zu verdecken.

Für Filme und Gaming sorgt das 50-Grad-Sichtfeld für einen deutlich größeren Bildeindruck als ein gewöhnlicher Laptop- oder Smartphone-Bildschirm.

Für vollständig immersive VR-Anwendungen ist es dagegen vergleichsweise klein. Rokid AR Spatial ist deshalb kein Ersatz für ein VR-Headset, sondern eher ein besonders großer virtueller Monitor beziehungsweise eine räumliche Bildschirmumgebung.

Bis zu 120 Hz

Die Micro-OLED-Displays unterstützen Bildwiederholraten von bis zu 120 Hz.

Eine höhere Bildwiederholrate sorgt für flüssigere Bewegungen und kann insbesondere bei Gaming, schnellen Videos und dem Scrollen durch Benutzeroberflächen einen sichtbaren Unterschied machen.

Auch Kopfbewegungen wirken angenehmer, wenn sich die virtuelle Darstellung mit einer hohen Aktualisierungsrate bewegt.

Je nach verwendeter Anwendung, Auflösung und Betriebsmodus können auch niedrigere Bildraten wie 60 oder 90 Hz verwendet werden.

3DoF für räumlich stabile Bildschirme

Rokid AR Spatial unterstützt 3DoF-Tracking.

3DoF steht für „Three Degrees of Freedom“. Das System erkennt Drehbewegungen des Kopfes nach links und rechts, oben und unten sowie seitliches Neigen.

Dadurch kann ein virtueller Bildschirm räumlich stabilisiert werden. Wenn du deinen Kopf zur Seite drehst, muss das Bild nicht automatisch fest in der Mitte des Sichtfeldes bleiben.

Das sorgt insbesondere beim Arbeiten und Ansehen von Filmen für ein natürlicheres Gefühl. Statt einen Bildschirm permanent direkt vor den Augen zu tragen, entsteht stärker der Eindruck, vor einer festen virtuellen Leinwand zu sitzen.

Kein vollständiges 6DoF-System

Rokid AR Spatial sollte trotzdem nicht mit einem vollwertigen 6DoF-Mixed-Reality-Headset verwechselt werden.

Das System erkennt Kopfrotationen, verfolgt die Position des Nutzers aber nicht vollständig im dreidimensionalen Raum.

Wenn du dich beispielsweise einen Schritt nach vorne bewegst, wird diese Bewegung nicht in derselben Weise erfasst wie bei einem VR-Headset mit vollständigem Inside-out-Tracking.

Für virtuelle Monitore ist 3DoF allerdings bereits ausreichend und benötigt wesentlich weniger Sensorik und Rechenleistung.

Motion Mode für Reisen

Für die Nutzung unterwegs bietet Rokid einen speziellen Motion Mode.

Dieser Modus soll Bewegungen und Erschütterungen ausgleichen, die beispielsweise während einer Zug- oder Autofahrt entstehen.

Bei einer gewöhnlichen räumlich fixierten Leinwand könnte eine Kurve oder Bewegung des Fahrzeugs dazu führen, dass sich die virtuelle Darstellung ungewollt verschiebt. Der Motion Mode soll diese Bewegungen stärker ausgleichen und die virtuelle Bildfläche stabil halten.

Gerade für Vielreisende gehört diese Funktion deshalb zu den praktischsten Bestandteilen von Rokid AR Spatial.

Lesemodus für Texte und E-Books

Zusätzlich steht ein Reading Mode zur Verfügung.

Dabei wird die Darstellung stärker auf das Lesen von Texten und E-Books ausgerichtet. Der virtuelle Bildschirm kann näher erscheinen und die Darstellung wird für längere Textpassagen optimiert.

Damit möchte Rokid AR Spatial nicht nur Filme und Gaming abdecken, sondern auch als mobiles Arbeits- und Lesegerät funktionieren.

3D-Filme und räumliche Inhalte

Durch die beiden getrennten Displays kann Rokid AR Spatial auch stereoskopische 3D-Inhalte darstellen.

Jedes Auge erhält dabei eine leicht unterschiedliche Perspektive. Dadurch entsteht ein räumlicher Tiefeneindruck.

Das System unterstützt verschiedene 3D-Inhalte und kann beispielsweise für 3D-Filme oder räumliche Medien eingesetzt werden.

Gerade auf einer virtuellen Leinwand von bis zu 300 Zoll kann der 3D-Effekt deutlich stärker wirken als auf einem gewöhnlichen Tablet- oder Notebook-Display.

Spatial Video

Rokid bewirbt AR Spatial außerdem mit Unterstützung für Spatial Video beziehungsweise räumliche Videoinhalte.

Solche Videos enthalten unterschiedliche Perspektiven für das linke und rechte Auge und können dadurch einen dreidimensionalen Eindruck erzeugen.

Damit wird die Brille auch für Nutzer interessant, die räumliche Videos aufnehmen oder entsprechende Inhalte aus anderen Ökosystemen ansehen möchten.

YodaOS-Master

Die Softwareplattform der Station 2 trägt den Namen YodaOS-Master.

Das Betriebssystem basiert auf AOSP, dem Android Open Source Project, wurde von Rokid jedoch speziell für die Nutzung innerhalb einer räumlichen Benutzeroberfläche angepasst.

Statt Anwendungen ausschließlich auf einem klassischen rechteckigen Smartphone-Bildschirm darzustellen, können sie innerhalb einer virtuellen Umgebung positioniert und nebeneinander verwendet werden.

Dadurch entsteht die Grundlage für das Multi-Screen-System von Rokid AR Spatial.

Android-Apps auf einer räumlichen Oberfläche

Da YodaOS-Master auf Android basiert, kann das System zahlreiche Android-Anwendungen verwenden.

Apps für Streaming, Browser, Produktivität und Kommunikation können dadurch grundsätzlich direkt über die Station 2 ausgeführt werden.

Die Besonderheit besteht darin, dass verschiedene Anwendungen gleichzeitig auf mehreren virtuellen Bildflächen angezeigt werden können.

Dadurch wird die Station 2 zu mehr als einem einfachen Streaming-Player. Sie übernimmt die Rolle eines mobilen Computers, dessen Bildschirm durch die AR-Brille ersetzt wird.

Rokid Station 2 als Recheneinheit

Die Rokid Station 2 ist das technische Zentrum des AR-Spatial-Systems.

Sie besitzt:

8 GB Arbeitsspeicher
128 GB internen Speicher
Wi-Fi 6
Bluetooth 5.2
5.000-mAh-Akku
18-Watt-Ladefunktion
9-Achsen-IMU

Damit können Anwendungen direkt auf der Station laufen, ohne dass permanent ein Smartphone oder Notebook als Computer verwendet werden muss.

Das Gerät dient gleichzeitig als Controller und Recheneinheit für die räumliche Benutzeroberfläche.

Bis zu fünf Stunden Akkulaufzeit

Der integrierte Akku der Station 2 besitzt eine Kapazität von 5.000 mAh.

Rokid gibt eine Laufzeit von ungefähr fünf Stunden an.

Die tatsächliche Laufzeit hängt allerdings stark davon ab, welche Funktionen verwendet werden. Streaming, hohe Displayhelligkeit, WLAN, Gaming und mehrere parallel laufende Anwendungen können den Energieverbrauch erhöhen.

Die Station unterstützt 18-Watt-Laden und kann über USB-C mit Strom versorgt werden.

Für längere Reisen kann zusätzlich eine Powerbank verwendet werden.

Keine schwere Batterie in der Brille

Die Trennung zwischen Brille und Recheneinheit bringt einen wichtigen ergonomischen Vorteil.

Ein großer Akku und die leistungsfähigere Rechenelektronik müssen nicht direkt am Kopf getragen werden. Die Max 2 kann dadurch mit ungefähr 75 Gramm vergleichsweise leicht bleiben.

Die Station 2 befindet sich dagegen beispielsweise in der Hand, Tasche oder auf dem Tisch.

Dieses Konzept unterscheidet sich deutlich von autonomen Mixed-Reality-Headsets, bei denen Displays, Prozessor, Sensorik und Akku vollständig am Kopf getragen werden.

Eingebaute Kurzsichtigkeitskorrektur

Eine der praktischsten Funktionen der Rokid Max 2 ist die integrierte Myopie-Korrektur von 0,00 bis -6,00 Dioptrien.

Über Einstellräder können beide Augen separat angepasst werden.

Viele kurzsichtige Nutzer können die Brille dadurch ohne ihre normale Korrektionsbrille verwenden.

Das ist besonders komfortabel, weil keine zusätzliche Brille unter der Max 2 getragen werden muss und auch keine speziellen Einsätze notwendig sind, solange sich die benötigte Korrektur innerhalb des unterstützten Bereichs befindet.

Anpassung des Pupillenabstands

Zusätzlich unterstützt Rokid AR Spatial eine Anpassung an unterschiedliche Pupillenabstände beziehungsweise IPD-Werte.

Der unterstützte Bereich reicht ungefähr von 53 bis 75 Millimetern.

Die korrekte Ausrichtung ist bei Display-Brillen besonders wichtig. Sitzen die virtuellen Bilder nicht optimal vor den Augen, können unscharfe Ränder, Doppelbilder oder ein eingeschränkter sichtbarer Bereich entstehen.

Die Kombination aus Myopie- und IPD-Anpassung macht das System für unterschiedliche Nutzer flexibler als Brillen mit vollständig festgelegter Optik.

Flexible Bügel und Luftpolster-Nasenpads

Rokid hat die Max 2 gegenüber früheren Modellen stärker auf längeren Tragekomfort ausgerichtet.

Die Brille besitzt flexible Bügelenden und weiche Air-Nose-Pads, die den Druck auf die Nase reduzieren sollen.

Mit rund 75 Gramm bleibt die Konstruktion trotzdem schwerer als eine normale Brille, aber deutlich leichter als typische VR-Headsets.

Gerade bei längeren Filmen oder mehreren Stunden Arbeit ist die Gewichtsverteilung wichtiger als der reine Zahlenwert. Die weichen Kontaktflächen sollen verhindern, dass ein zu großer Teil des Gewichts auf einem einzelnen Punkt der Nase liegt.

Integrierte Lautsprecher

Die Max 2 besitzt integrierte direktionale Lautsprecher.

Dadurch können Filme, Videos, Spiele und Anrufe wiedergegeben werden, ohne dass zusätzliche Kopfhörer notwendig sind.

Der Klang wird gezielt in Richtung der Ohren abgestrahlt, während die Umgebung weiterhin hörbar bleibt.

Das ist besonders auf Reisen praktisch, da Durchsagen oder andere Umgebungsgeräusche weiterhin wahrgenommen werden können.

Für maximale Privatsphäre und Bassleistung bleiben separate Kopfhörer allerdings die bessere Lösung.

Bluetooth-Tastatur und Maus

Für produktives Arbeiten unterstützt die Station 2 Bluetooth-Tastaturen und Mäuse.

Damit lässt sich Rokid AR Spatial deutlich stärker wie ein klassischer Computer verwenden.

Die Brille übernimmt die Rolle der Monitore, während Station 2 Anwendungen ausführt und Tastatur sowie Maus die Eingabe übernehmen.

Ein mobiles Setup kann dadurch aus lediglich vier Bestandteilen bestehen: Brille, Station 2, kompakte Tastatur und Maus.

Gerade auf Reisen kann das erheblich weniger Platz benötigen als mehrere Monitore oder ein großer Laptop-Arbeitsplatz.

Arbeiten mit mehreren virtuellen Monitoren

Für produktives Arbeiten ist die Kombination aus drei virtuellen Fenstern, Tastatur und Maus besonders interessant.

Ein mögliches Setup könnte beispielsweise so aussehen:

In der Mitte befindet sich das Hauptdokument oder eine Webseite. Links läuft ein Messenger oder eine Videokonferenz. Rechts werden E-Mails, Notizen oder ein zweites Dokument angezeigt.

Die physischen Displays existieren dabei nicht. Trotzdem entsteht für den Nutzer der Eindruck eines Arbeitsplatzes mit mehreren Bildschirmen.

Rokid AR Spatial richtet sich damit auch an digitale Nomaden und Nutzer, die häufig unterwegs arbeiten.

Filme und Streaming

Neben Produktivität gehört Entertainment zu den wichtigsten Einsatzbereichen.

Streaming-Apps und Videos können auf einer großen virtuellen Leinwand dargestellt werden. Dadurch entsteht ein persönliches Kino, ohne dass Fernseher oder Projektor benötigt werden.

Gerade in Hotelzimmern, im Schlafzimmer oder auf längeren Reisen kann das deutlich komfortabler sein als ein kleines Smartphone- oder Tablet-Display.

Durch die OLED-Technik profitieren Filme außerdem von hohen Kontrasten und tiefen Schwarzwerten.

Gaming mit bis zu 120 Hz

Mit einer maximalen Bildwiederholrate von 120 Hz eignet sich das System auch für Gaming.

Spiele können entweder direkt über kompatible Anwendungen beziehungsweise Streaming-Lösungen genutzt oder von externen Geräten übertragen werden.

Rokid nennt unter anderem Plattformen wie Nintendo Switch, PlayStation, Xbox und Gaming-Handhelds als mögliche Quellen.

Je nach Gerät und gewünschter Verbindung können unterschiedliche Streaming-, Casting- oder Adapterlösungen erforderlich sein.

Steam Deck und andere Handhelds

Besonders sinnvoll ist die Kombination mit Gaming-Handhelds wie dem Steam Deck.

Statt auf das vergleichsweise kleine integrierte Display des Handhelds zu schauen, kann das Spiel auf einer deutlich größeren virtuellen Fläche erscheinen.

Das Handheld bleibt gleichzeitig Controller und Computer.

Auch ergonomisch kann dies angenehmer sein, da der Kopf nicht permanent nach unten geneigt werden muss.

Kabelloses Streaming

Station 2 unterstützt verschiedene drahtlose Verbindungsmöglichkeiten.

Über WLAN können Inhalte von kompatiblen Geräten übertragen beziehungsweise Streaming-Angebote direkt genutzt werden.

Dadurch muss nicht jedes Gerät permanent über ein Videokabel mit der Brille verbunden sein.

Für Gaming ist allerdings zu berücksichtigen, dass drahtlose Übertragung je nach Netzwerk zusätzliche Latenz verursachen kann. Für besonders reaktionskritische Spiele ist eine direkte beziehungsweise kabelgebundene Verbindung häufig die bessere Lösung.

Wi-Fi 6

Die Station 2 unterstützt Wi-Fi 6.

Gerade bei hochauflösendem Streaming und drahtloser Bildschirmübertragung kann der modernere WLAN-Standard Vorteile bei Bandbreite und Stabilität bieten.

Voraussetzung ist natürlich ein entsprechend kompatibler Router beziehungsweise Access Point.

Bluetooth 5.2

Für Zubehör steht Bluetooth 5.2 zur Verfügung.

Damit können beispielsweise Tastaturen, Mäuse, Controller oder Audiogeräte verbunden werden.

Die Station 2 wird dadurch zu einem kleinen mobilen Computer, der sich mit normalem Bluetooth-Zubehör ergänzen lässt.

Kein vollständig autonomes AR-Headset

Trotz des Namens sollte Rokid AR Spatial nicht mit einem vollständigen Mixed-Reality-Headset wie Apple Vision Pro oder Meta Quest gleichgesetzt werden.

Es fehlen unter anderem komplexes Inside-out-Raumtracking, Handtracking und ein vollständig räumlich erfasster 6DoF-Arbeitsbereich.

Die Hauptfunktion besteht weiterhin darin, virtuelle Bildschirme in das Sichtfeld zu bringen und räumlich zu stabilisieren.

Das ermöglicht ein erheblich leichteres und kompakteres System.

Rokid AR Spatial oder normale Rokid Max 2?

Die Max 2 kann auch einzeln verwendet werden.

Wird sie direkt über USB-C mit einem kompatiblen Smartphone, Notebook oder Gaming-Handheld verbunden, funktioniert sie im Wesentlichen wie ein tragbarer externer Bildschirm.

Mit Rokid Station 2 kommen dagegen die Spatial-Funktionen hinzu.

Dazu gehören insbesondere:

  • 3DoF Spatial Computing
  • bis zu drei virtuelle Bildschirme
  • YodaOS-Master
  • eigenständige Android-Apps
  • räumliches Multitasking
  • Giant Screen Mode
  • Motion Mode
  • Bluetooth-Tastatur und Maus
  • eigene Recheneinheit und Akku

Wer lediglich Filme oder Games auf einem großen virtuellen Display sehen möchte, benötigt die Station 2 deshalb nicht zwingend.

Wer dagegen möglichst viele Spatial-Computing-Funktionen nutzen möchte, benötigt das komplette AR-Spatial-System.

Rokid AR Spatial als mobiles Büro

Eine der interessantesten Anwendungen ist die Verwendung als mobiles Büro.

Das System benötigt praktisch keinen festen Arbeitsplatz. In Kombination mit Tastatur und Maus können mehrere virtuelle Bildschirme sogar an Orten verwendet werden, an denen physisch nur wenig Platz vorhanden ist.

Das kann beispielsweise im Hotel, Zug oder an einem kleinen Tisch interessant sein.

Die Brille ersetzt dabei nicht automatisch jeden hochwertigen Desktop-Monitor. Für lange Textarbeiten können Bildschirmauflösung, Sehkomfort und das permanente Tragen einer Display-Brille weiterhin Einschränkungen darstellen.

Als besonders kompakte Erweiterung eines mobilen Arbeitsplatzes bietet das Konzept jedoch einen deutlichen Vorteil.

Für wen eignet sich Rokid AR Spatial?

Rokid AR Spatial richtet sich vor allem an Nutzer, die Entertainment, Gaming und produktives Multitasking in einem mobilen XR-System kombinieren möchten.

Für Vielreisende bietet die große virtuelle Leinwand einen deutlichen Vorteil gegenüber Smartphone oder Tablet. Gamer können ein Handheld mit einem wesentlich größeren virtuellen Display verbinden. Mobile Arbeitnehmer erhalten die Möglichkeit, bis zu drei virtuelle Arbeitsflächen zu verwenden.

Auch für kurzsichtige Nutzer ist die integrierte Dioptrienkorrektur interessant, weil innerhalb des unterstützten Bereichs keine zusätzliche Korrektionsbrille notwendig ist.

Wer dagegen vollständige Mixed Reality mit 6DoF, Handtracking und frei begehbaren virtuellen Objekten erwartet, benötigt ein leistungsfähigeres XR-Headset.

Die besondere Stärke von Rokid AR Spatial liegt vielmehr im Mittelweg: deutlich mehr Spatial-Funktionen als eine einfache Display-Brille, aber wesentlich leichter und kompakter als ein klassisches Mixed-Reality-Headset.

Technische Daten Rokid AR Spatial

Produkttyp: Spatial-Computing-/AR-Display-System
System: Rokid Max 2 + Rokid Station 2
Haupteinsatz: Filme, Streaming, Gaming, Produktivität, Multi-Monitor-Arbeit

Rokid Max 2

Display: Sony Micro-OLED
Panelgröße: 0,68 Zoll
Standardauflösung: 1.920 × 1.080 Pixel pro Auge
Maximale Auflösung: bis 1.920 × 1.200 Pixel pro Auge
Bildwiederholrate: bis 120 Hz
Sichtfeld: 50°
Maximale virtuelle Bildschirmgröße: bis ca. 300 Zoll innerhalb von AR Spatial
Helligkeit: bis 600 Nits
Kontrast: 100.000:1
3D: unterstützt
Tracking mit Station 2: 3DoF
Kurzsichtigkeitskorrektur: 0,00 bis -6,00 dpt
IPD-Anpassung: ca. 53–75 mm
Audio: integrierte direktionale Lautsprecher
Tragekomfort: flexible Bügel und Air-Nose-Pads
Gewicht: ca. 75 g

Rokid Station 2

Betriebssystem: YodaOS-Master
Basis: Android Open Source Project
Arbeitsspeicher: 8 GB
Speicher: 128 GB
Akku: 5.000 mAh
Akkulaufzeit: bis ca. 5 Stunden
Laden: bis 18 W
WLAN: Wi-Fi 6
Bluetooth: Bluetooth 5.2
Tracking: 9-Achsen-IMU / 3DoF
Virtuelle Bildschirme: bis zu 3 gleichzeitig
Tastatur: über Bluetooth unterstützt
Maus: über Bluetooth unterstützt
Spatial Casting: unterstützt
Motion Mode: unterstützt
Reading Mode: unterstützt
Giant Screen Mode: unterstützt

Die wichtigsten Besonderheiten

Bis zu 300 Zoll: Große virtuelle Leinwand für Filme, Spiele und Anwendungen.

Drei virtuelle Bildschirme: Multitasking ohne physisches Multi-Monitor-Setup.

3DoF Spatial Computing: Virtuelle Bildflächen können räumlich stabilisiert werden.

120 Hz Micro-OLED: Flüssige Darstellung für Entertainment und Gaming.

0 bis -6,00 dpt: Integrierte Kurzsichtigkeitskorrektur.

YodaOS-Master: Android-basierte räumliche Benutzeroberfläche.

8 GB RAM und 128 GB Speicher: Station 2 funktioniert als eigenständige Recheneinheit.

5.000-mAh-Akku: Rund fünf Stunden mobile Nutzung.

Nur 75 Gramm am Kopf: Recheneinheit und großer Akku befinden sich außerhalb der Brille.

Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2: Drahtloses Streaming und Unterstützung für Eingabegeräte.

Rokid AR Spatial ist damit besonders interessant als mobiler räumlicher Arbeitsplatz und persönliches Entertainment-System. Statt möglichst viel Rechenleistung direkt in eine schwere Brille zu integrieren, verteilt Rokid die Technik auf eine leichte Display-Brille und eine separate Station. Dadurch entsteht ein System, das große virtuelle Bildschirme und Spatial Multitasking ermöglicht, aber wesentlich kompakter als ein klassisches VR- oder Mixed-Reality-Headset bleibt.