Die RayNeo iO verfolgt einen deutlich anderen Ansatz als klassische AR-Brillen oder kamerabasierte Smartglasses: Sie soll möglichst wie eine normale Alltagsbrille aussehen und sich auch entsprechend tragen lassen, während ein transparentes MicroLED-Display Informationen direkt in das Sichtfeld einblendet. Statt Fotos, Videos oder immersive 3D-Welten in den Mittelpunkt zu stellen, konzentriert sich RayNeo auf KI-Assistenten, Live-Übersetzungen, Benachrichtigungen, Meeting-Notizen, Teleprompter-Funktionen und persönliche Erinnerungen. Mit einem Gewicht von nur 33 Gramm, bis zu zwei Tagen typischer Akkulaufzeit und einem bewusst kamerafreien Design ist die iO als dauerhaft tragbarer KI-Begleiter konzipiert.
Der Ansatz unterscheidet sich damit grundlegend von RayNeos Air- und GT-Modellen. Während diese hauptsächlich einen großen virtuellen Bildschirm für Filme und Gaming erzeugen, integriert die iO ein relativ kleines, transparentes Head-up-Display, das kurze Informationen in den normalen Alltag einblendet. Die reale Umgebung bleibt dabei jederzeit sichtbar. Die Brille soll nicht die Welt ausblenden, sondern Informationen ergänzen, ohne dass ständig das Smartphone aus der Tasche geholt werden muss.
33-Zoll-Display direkt im Sichtfeld
RayNeo beschreibt die virtuelle Anzeige der iO als 33 Zoll großes transparentes Display. Dabei handelt es sich nicht um einen virtuellen Fernseher wie bei der GT Max oder Air 4 Pro, sondern um eine Informationsfläche innerhalb des natürlichen Sichtfeldes. Dort können beispielsweise KI-Antworten, Termine, Wetterinformationen, Benachrichtigungen, Live-Untertitel, Übersetzungen oder Teleprompter-Texte angezeigt werden.
Technisch setzt RayNeo auf ein binokulares MicroLED-System mit diffraktiven Waveguides. Beide Augen erhalten also eine Anzeige, während die eigentlichen optischen Komponenten weitgehend in die Brillengläser integriert werden. Die Darstellung erfolgt monochrom in Grün und ist bewusst auf Text und einfache Interface-Elemente ausgelegt. Eine farbige AR-Oberfläche für Fotos, Filme oder komplexe 3D-Grafiken bietet die iO nicht.
Das Sichtfeld beträgt 23,5 Grad. Für eine klassische immersive AR-Brille wäre dieser Wert vergleichsweise klein, für kurze Informationen, Untertitel und Benachrichtigungen ist ein begrenztes Sichtfeld jedoch weniger problematisch. Die Darstellung soll nur dann Aufmerksamkeit beanspruchen, wenn tatsächlich Informationen benötigt werden.
Firefly Nano Optical Engine
Im Zentrum des optischen Systems befindet sich RayNeos Firefly Nano Optical Engine. Die optische Einheit soll lediglich etwa 0,085 cm³ Volumen beanspruchen und ermöglicht damit die ungewöhnlich schlanke Bauweise der Brille. Die aktive Displayfläche erreicht laut RayNeo eine Transparenz von 97 Prozent.
Der Vorteil dieser hohen Transparenz liegt vor allem im Alltag: Das Display soll nicht permanent wie eine dunkle Scheibe oder ein sichtbarer Bildschirm vor den Augen liegen. Wird gerade keine Information angezeigt, bleibt der Blick durch die Gläser weitgehend normal.
RayNeo bezeichnet die dazugehörige Optik als Blue Lake Waveguide. Sie wurde so entwickelt, dass sich auch Korrektionsgläser mit dem optischen System kombinieren lassen. Damit soll die iO nicht nur als zusätzliches Gadget, sondern grundsätzlich auch als normale Alltagsbrille eingesetzt werden können.
Bis zu 1.300 Nits direkt am Auge
Die maximale Helligkeit des MicroLED-Displays beträgt laut Hersteller 1.300 Nits auf Augenhöhe. Die vergleichsweise hohe Helligkeit ist wichtig, weil die Darstellung transparent über der realen Umgebung liegt. Bei hellem Tageslicht muss der eingeblendete Text ausreichend leuchtstark sein, damit er nicht von der Umgebung überstrahlt wird.
Anders als bei einer VR-Brille gibt es keine vollständig abgeschirmte Umgebung. Heller Himmel, Fenster oder starke Beleuchtung bleiben sichtbar und konkurrieren direkt mit dem virtuellen Bild. MicroLED eignet sich hierfür besonders gut, weil die Technologie sehr hohe Helligkeitswerte bei gleichzeitig kompakten Abmessungen ermöglicht.
Die Brille besitzt außerdem eine TÜV-Süd-Zertifizierung für reduziertes Blaulicht und flimmerfreie Darstellung. RayNeo nennt darüber hinaus die Norm EN ISO 12312-1.
KI-Assistent direkt vor den Augen
Eine der wichtigsten Funktionen der RayNeo iO ist der integrierte Zugang zu verschiedenen KI-Assistenten. Die Brille kann über den Sprachbefehl „Hey, RayNeo“ aktiviert werden. Fragen werden anschließend über die Mikrofone aufgenommen und Antworten direkt auf dem Display eingeblendet. Dadurch muss nicht erst ein Smartphone geöffnet oder eine App gestartet werden.
RayNeo integriert dabei nicht nur einen eigenen Assistenten. Aktuell nennt der Hersteller unter anderem RayNeo AI, Gemini, ChatGPT, DeepSeek, Kimi und Qwen als verfügbare beziehungsweise integrierbare Modelle. RayNeo AI und unterstützte Gemini-Dienste gehören zum regulären KI-Erlebnis, während für weitere Modelle teilweise ein kostenpflichtiges VIP-Abonnement notwendig ist.
Das macht die iO konzeptionell interessant: Die Brille ist weniger ein eigenständiger KI-Computer als vielmehr eine dauerhaft sichtbare Schnittstelle zwischen Nutzer, Smartphone und unterschiedlichen KI-Diensten. Die Antwort erscheint dort, wo der Blick ohnehin hinführt.
Live-Übersetzung in 55 Sprachen
Besonders stark auf Alltag und Reisen ausgerichtet ist die Live-Übersetzung. RayNeo gibt Unterstützung für 55 Sprachen und 109 Akzente an. Gesprochene Sprache wird über die Mikrofone aufgenommen, verarbeitet und anschließend als übersetzter Text direkt im Sichtfeld eingeblendet.
Dadurch kann beispielsweise ein Gespräch in einer Fremdsprache verfolgt werden, ohne währenddessen permanent auf ein Smartphone schauen zu müssen. Der Blick kann beim Gesprächspartner bleiben, während die Übersetzung wie Untertitel auf dem Display erscheint.
Gerade hier zeigt sich ein Vorteil einer Display-Brille gegenüber reinen Audio-Smartglasses: Die Übersetzung muss nicht über Lautsprecher vorgelesen werden, sondern bleibt visuell und damit relativ unauffällig.
RayNeo gibt für eine dauerhaft aktive Übersetzungsfunktion rund 6,2 Stunden Akkulaufzeit an. Die tatsächliche Laufzeit kann je nach Nutzung und Verbindung variieren.
Live-Untertitel im Alltag
Das gleiche technische Prinzip lässt sich für Live-Untertitel nutzen. Sprache aus der Umgebung wird erfasst und als Text auf dem Display dargestellt. Dadurch kann die iO beispielsweise Gespräche, Vorträge oder andere gesprochene Inhalte zusätzlich visuell darstellen.
Diese Funktion kann nicht nur bei Fremdsprachen interessant sein. Auch in lauten Umgebungen oder für Menschen, die gesprochene Inhalte zusätzlich visuell verfolgen möchten, kann ein direkt vor den Augen eingeblendeter Text einen praktischen Mehrwert bieten.
Die Brille wird dadurch zu einer Art ständig verfügbarem Untertitel-Display, ohne dass dafür ein Smartphone in der Hand gehalten werden muss.
Unsichtbarer Teleprompter
Eine weitere zentrale Funktion ist der Teleprompter. Vorbereitete Texte können direkt auf den Brillengläsern eingeblendet werden, während du weiterhin dein Gegenüber oder eine Kamera ansehen kannst.
RayNeo kombiniert die Funktion mit einer sprachabhängigen Steuerung. Der Text soll sich automatisch an das tatsächliche Sprechtempo anpassen. Sprichst du langsamer, bewegt sich der Text entsprechend langsamer weiter; bei schnellerem Vortrag soll auch die Anzeige folgen.
Das ist insbesondere für Präsentationen, Vorträge, Videos, Moderationen oder Meetings interessant. Statt einen Bildschirm hinter der Kamera oder Karteikarten zu verwenden, befindet sich der Text direkt im Sichtfeld.
Gerade für Content Creator und Präsentationen ist diese Funktion eine der praktischsten Anwendungen eines dezenten Head-up-Displays, weil die Technik nicht versucht, eine komplette virtuelle Umgebung aufzubauen, sondern ein konkretes Alltagsproblem löst.
Automatische Meeting-Notizen
Die RayNeo iO kann Gespräche und Meetings aufzeichnen und anschließend mit KI-Unterstützung verarbeiten. Das System erstellt daraus unter anderem Transkriptionen, Zusammenfassungen, wichtige Erkenntnisse und Aufgaben.
Ein Druck auf die Smart Crown kann während einer Aufnahme wichtige Momente markieren. Dadurch lassen sich relevante Aussagen später leichter wiederfinden. Für die Aufnahme verwendet RayNeo ein System aus vier Mikrofonen und einem Knochenleitungssensor, der insbesondere die Stimme des Brillenträgers zuverlässiger von anderen Geräuschen unterscheiden soll.
Für den dauerhaften Aufnahmebetrieb gibt RayNeo eine Laufzeit von rund 18 Stunden an. Damit ist die Brille zumindest technisch darauf ausgelegt, auch längere Arbeits- oder Veranstaltungstage zu dokumentieren.
Bei Audioaufzeichnungen von Gesprächen müssen allerdings unabhängig von der Technik die jeweiligen Datenschutz- und Einwilligungsregeln beachtet werden.
LifeLog als persönliches Gedächtnis
Über klassische Meeting-Notizen hinaus bietet RayNeo eine Funktion namens LifeLog. Sie soll Audioinformationen über den Tag hinweg erfassen und daraus eine persönliche Zeitleiste erstellen. Die KI kann dabei Aufgaben, To-dos und zentrale Informationen aus Gesprächen herausfiltern und später wieder auffindbar machen.
Das Konzept geht damit über eine gewöhnliche Sprachmemo-App hinaus. Die Brille soll zu einer Art externem Gedächtnis werden. Fragen wie „Was wurde im Meeting am Vormittag vereinbart?“ oder „Welche Aufgabe wollte ich später erledigen?“ können anschließend über das System wieder aufgegriffen werden.
Gerade weil die iO keine Kamera besitzt, basiert dieses digitale Gedächtnis jedoch hauptsächlich auf Audio- und Kontextinformationen. Personen, Gegenstände oder Dokumente können nicht visuell erkannt werden.
Dashboard für Termine, Wetter und Benachrichtigungen
Für häufig benötigte Informationen bietet die RayNeo iO ein Heads-up-Dashboard. Dort können unter anderem Zeitpläne, Wetterinformationen und Benachrichtigungen angezeigt werden.
Der eigentliche Vorteil besteht weniger darin, Informationen darzustellen, die ein Smartphone nicht ohnehin anzeigen könnte. Entscheidend ist vielmehr der Zugriff: Ein kurzer Blick reicht, ohne dass das Smartphone entsperrt und eine Anwendung geöffnet werden muss.
Damit ähnelt das Prinzip teilweise einer Smartwatch – nur dass die Informationen nicht am Handgelenk, sondern direkt im Blickfeld erscheinen.
Bewusst ohne Kamera
Eines der auffälligsten Merkmale der RayNeo iO ist etwas, das sie nicht besitzt: eine Kamera. Fotos und Videos können mit der Brille nicht aufgenommen werden. Auch eine visuelle KI, die Objekte, Texte oder die Umgebung analysiert, ist dadurch nicht möglich.
RayNeo positioniert diese Entscheidung ausdrücklich als Datenschutzmerkmal. Eine Smartglass mit sichtbarer Kamera kann im Alltag bei anderen Personen Unsicherheit hervorrufen, weil nicht immer klar ist, ob gerade aufgenommen wird. Die iO vermeidet dieses Problem grundsätzlich, weil keine Kamera vorhanden ist.
Das unterscheidet sie deutlich von Modellen wie Ray-Ban Meta oder RayNeos eigener X3 Pro. Die iO konzentriert sich auf Audio, Text, KI und persönliche Informationen, nicht auf visuelle Dokumentation oder Computer Vision.
RayNeo gibt zudem an, dass Systemdaten zunächst auf dem Gerät anonymisiert werden, bevor sie die Brille verlassen. Eine Statusleuchte zeigt an, wenn bestimmte Funktionen wie Mikrofon oder Übersetzung aktiv sind.
Vier Mikrofone und Knochenleitungssensor
Obwohl keine Kamera integriert ist, besitzt die iO eine umfangreiche Sensorik für Sprache. Im Rahmen befinden sich vier Mikrofone sowie ein Knochenleitungssensor.
Der Knochenleitungssensor dient dabei nicht primär zur Musikwiedergabe. Stattdessen unterstützt er die Erkennung der eigenen Stimme. Körperschall, der beim Sprechen entsteht, kann helfen, die Stimme des Trägers von Stimmen und Geräuschen in der Umgebung zu unterscheiden.
Gerade für Meeting-Notizen, Sprachbefehle, Übersetzungen und LifeLog ist diese Trennung wichtig. Erste unabhängige Tests berichten, dass die Mikrofonanordnung die Stimme des Trägers und Stimmen aus der Umgebung vergleichsweise zuverlässig erfassen kann, wobei die Qualität naturgemäß von Umgebung, Abstand und Lautstärke abhängt.
Keine integrierten Lautsprecher
Im Gegensatz zu vielen Smartglasses besitzt die RayNeo iO keine Lautsprecher. KI-Antworten werden daher nicht vorgelesen, sondern auf dem Display angezeigt. Auch Musik, Podcasts oder Telefonate können nicht direkt über die Brille wiedergegeben werden.
Diese Entscheidung grenzt die iO deutlich von Ray-Ban Meta und anderen Audio-Smartglasses ab. Während solche Modelle teilweise Kopfhörer, Kamera und KI in einem Produkt kombinieren, fokussiert RayNeo die iO auf das visuelle Head-up-Display.
Der Verzicht auf Lautsprecher trägt allerdings zum niedrigen Gewicht und zur schlanken Bauweise bei. Gleichzeitig entsteht keine zusätzliche Audioabstrahlung, die Personen in der Umgebung hören könnten.
Smart Crown für die Bedienung
Am Bügel befindet sich eine Smart Crown, die sowohl gedreht als auch gedrückt werden kann. Sie dient zur Navigation durch Menüs und Funktionen und erinnert im Bedienprinzip an eine klassische digitale Krone.
Zusätzlich unterstützt die iO Sprachsteuerung und Kopfgesten. Dadurch muss nicht jede Aktion direkt am Brillenbügel ausgeführt werden. Ein Teil der Bedienung kann beispielsweise über Nicken beziehungsweise entsprechende Kopfbewegungen erfolgen.
Die Kombination aus mechanischer Krone, Sprache und Gesten ist sinnvoll, weil eine Smartglass in unterschiedlichen Situationen genutzt wird. In einer ruhigen Umgebung kann Sprache bequem sein, während in einer Besprechung eine unauffällige Bedienung über Krone oder Kopfbewegung praktischer sein kann.
Nur 33 Gramm Gewicht
Eine der wichtigsten Eigenschaften der RayNeo iO ist ihr Gewicht von lediglich 33 Gramm. Damit bewegt sie sich deutlich näher an normalen Alltagsbrillen als klassische AR-Headsets.
RayNeo verwendet für den Rahmen eine AZ91D-Magnesium-Aluminium-Legierung, während die Bügel aus einer Titanlegierung gefertigt werden. Nach Herstellerangaben besteht mehr als 80 Prozent der Konstruktion aus Metall. Trotz integrierter Displays, Mikrofone, Akku und Elektronik bleibt das Gesamtgewicht sehr niedrig.
Das ist für das Produktkonzept entscheidend. Eine Brille für gelegentliche Filme kann auch 70 oder 80 Gramm wiegen. Eine KI-Brille, die möglichst vom Morgen bis zum Abend getragen werden soll, muss dagegen wesentlich näher am Gewicht einer normalen Korrektionsbrille liegen.
Wie angenehm die iO tatsächlich sitzt, hängt trotzdem von Kopfbreite, Nasenform und Bügelposition ab. Unabhängige Tests weisen darauf hin, dass auch eine sehr leichte Brille bei ungünstiger Passform über mehrere Stunden Druckstellen verursachen kann.
Crown-Panto-Design statt futuristischem Headset
Optisch orientiert sich die RayNeo iO an einer klassischen Crown-Panto-Brillenfassung. Dadurch soll die Technik im Alltag weniger auffallen als bei vielen AR-Brillen mit großen Projektionsmodulen oder sehr breiten Bügeln.
Die iO ist damit bewusst als Brille und nicht als Headset gestaltet. RayNeo bietet sie unter anderem in Polar Night (Grau) und Dune (Gold) an. Zusätzlich können individuell angepasste Korrektionsgläser bestellt werden.
Damit kann die iO grundsätzlich auch die normale Sehbrille ersetzen, anstatt zusätzlich darüber getragen werden zu müssen.
Bis zu zwei Tage Akkulaufzeit
Im Rahmen befindet sich ein 240-mAh-Akku. RayNeo gibt für typische Alltagsnutzung eine Laufzeit von bis zu 48 Stunden beziehungsweise zwei Tagen an.
Bei dauerhaft aktiven Funktionen sinkt die Laufzeit entsprechend. Für kontinuierliche Audioaufzeichnung nennt RayNeo rund 18 Stunden, für kontinuierliche Übersetzung etwa 6,2 Stunden. Im getragenen Bereitschaftsmodus sollen bis zu 63 Stunden möglich sein, im zusammengeklappten Schlafmodus bis zu 250 Stunden.
Diese Werte zeigen deutlich, wie stark die tatsächliche Laufzeit vom Einsatz abhängt. Wer hauptsächlich gelegentlich Benachrichtigungen oder KI-Antworten abruft, kann wesentlich länger auskommen als ein Nutzer, der permanent Übersetzungen oder Aufzeichnungen aktiviert.
Laden über USB-C-Clip
Zum Laden wird ein kleiner Ladeclip verwendet, der an der Brille befestigt und über USB-C mit Strom versorgt wird. RayNeo bietet zusätzlich ein separates Ladeetui an.
Der Clip ermöglicht es, die Brille selbst schlank zu halten, bedeutet aber auch, dass ein zusätzliches kleines Zubehörteil mitgeführt werden muss. Unabhängige Tests nennen genau diesen Punkt als einen der praktischen Nachteile, da der Clip leichter verloren gehen kann als ein fest integrierter USB-C-Anschluss.
Bluetooth 5.4 und MFi-Unterstützung
Die Verbindung zum Smartphone erfolgt über Bluetooth 5.4. Darüber hinaus ist die RayNeo iO MFi-zertifiziert, wodurch sie ausdrücklich für die Nutzung im Apple-Ökosystem beziehungsweise mit entsprechenden iPhone- und iPad-Geräten vorgesehen ist.
Die Brille arbeitet dabei eng mit dem Smartphone zusammen. KI-Dienste, Benachrichtigungen und andere Onlinefunktionen benötigen weiterhin die entsprechende Verbindung und Software-Infrastruktur. Die iO ist deshalb nicht als vollständig unabhängiger Smartphone-Ersatz zu verstehen.
Das Smartphone kann allerdings häufiger in der Tasche bleiben, weil Informationen direkt über das Head-up-Display abrufbar sind.
IP54 für den Alltag
Die RayNeo iO besitzt eine IP54-Zertifizierung. Damit ist sie gegen begrenztes Eindringen von Staub und gegen Spritzwasser geschützt.
Für normalen Alltag, leichten Regen oder Schweiß bietet das eine gewisse Absicherung. Die Schutzklasse bedeutet jedoch nicht, dass die Brille wasserdicht ist. Schwimmen, Duschen oder vollständiges Untertauchen sind damit nicht vorgesehen.
RayNeo iO oder RayNeo X3 Pro?
Innerhalb des RayNeo-Portfolios nimmt die iO eine klar andere Rolle ein als die RayNeo X3 Pro. Die X3 Pro ist eine komplexere AR-Brille mit Vollfarb-MicroLED, Kameras, 6DoF-Tracking und räumlichen Funktionen. Sie wiegt rund 76 Gramm und ist deutlich stärker auf klassische Augmented Reality und Spatial Computing ausgerichtet.
Die iO verzichtet dagegen bewusst auf Kameras, farbige AR-Grafik und komplexes Raumtracking. Dafür sinkt das Gewicht auf lediglich 33 Gramm und die Akkulaufzeit fällt erheblich länger aus.
Die beiden Produkte verfolgen deshalb unterschiedliche Ziele. Die X3 Pro versucht, möglichst viele räumliche Computerfunktionen in eine Brille zu bringen. Die iO versucht, möglichst wenig sichtbare Technik mit möglichst nützlichen Alltagsinformationen zu kombinieren.
RayNeo iO oder RayNeo GT?
Auch gegenüber der GT-Serie ist die Abgrenzung eindeutig. Eine RayNeo GT oder GT Max dient hauptsächlich als persönlicher Großbildschirm für Filme, Gaming und Computer. Sie wird mit einem externen Gerät verbunden und erzeugt eine große virtuelle Leinwand.
Die iO ist dagegen für kurze Informationen während des normalen Alltags gedacht. Ihr 33-Zoll-HUD ist kein Ersatz für Fernseher oder Gaming-Monitor. Dafür kann die Brille Termine, Übersetzungen, KI-Antworten oder Benachrichtigungen anzeigen, während du dich normal durch deine Umgebung bewegst.
Kurz gesagt: Die GT-Serie möchte einen Bildschirm ersetzen. Die iO möchte verhindern, dass du überhaupt so häufig auf einen Bildschirm schauen musst.
Für wen eignet sich die RayNeo iO?
Die RayNeo iO eignet sich besonders für Nutzer, die eine Smartglass im Alltag tatsächlich über viele Stunden tragen möchten und dabei Wert auf geringes Gewicht, sichtbare Informationen und ein kamerafreies Design legen.
Besonders interessant sind die Live-Übersetzung für Reisen und internationale Gespräche, der Teleprompter für Präsentationen und Content Creation sowie Meeting-Notizen und LifeLog für Beruf und Organisation. Auch Nutzer, die Benachrichtigungen, Termine und KI-Antworten sehen möchten, ohne ständig das Smartphone in die Hand zu nehmen, gehören zur Zielgruppe.
Weniger geeignet ist die iO für Nutzer, die Fotos und Videos aufnehmen, Musik über die Brille hören oder visuelle KI zur Erkennung der Umgebung einsetzen möchten. Auch immersive Filme, Games und räumliche 3D-Anwendungen gehören nicht zu ihrem Schwerpunkt.
Gerade diese bewussten Einschränkungen definieren jedoch den Charakter des Produkts. Die RayNeo iO ist keine verkleinerte VR-Brille und kein Kamera-Headset, sondern eine leichte KI-Brille mit transparentem Head-up-Display, die digitale Informationen möglichst unauffällig in den normalen Alltag integrieren möchte.
Technische Daten der RayNeo iO
| Eigenschaft | RayNeo iO |
|---|---|
| Produkttyp | KI-Smartglasses / HUD-Brille |
| Display | binokulares MicroLED |
| Optik | diffraktiver Waveguide |
| Optical Engine | Firefly Nano Optical Engine |
| Virtuelle Displaygröße | ca. 33 Zoll |
| Displayfarbe | monochrom Grün |
| Sichtfeld | 23,5° |
| Transparenz | 97 % |
| Helligkeit | bis 1.300 Nits auf Augenhöhe |
| Farbabweichung | Delta E < 2,52 |
| Kamera | keine |
| Lautsprecher | keine |
| Mikrofone | 4-Mikrofon-Array |
| Sprachsensor | Knochenleitungssensor |
| KI | RayNeo AI, Gemini und weitere unterstützte Modelle |
| Live-Übersetzung | 55 Sprachen / 109 Akzente |
| Meeting-Notizen | unterstützt |
| LifeLog | unterstützt |
| Teleprompter | unterstützt |
| Benachrichtigungen | unterstützt |
| Dashboard | Termine, Wetter, Benachrichtigungen u. a. |
| Steuerung | Smart Crown, Sprache, Kopfgesten |
| Sprachaktivierung | „Hey, RayNeo“ |
| Konnektivität | Bluetooth 5.4 |
| Apple-Kompatibilität | MFi-zertifiziert |
| Akku | 240 mAh |
| Typische Akkulaufzeit | bis 48 Stunden / 2 Tage |
| Daueraufnahme | bis ca. 18 Stunden |
| Dauerübersetzung | bis ca. 6,2 Stunden |
| Standby getragen | bis ca. 63 Stunden |
| Standby zusammengeklappt | bis ca. 250 Stunden |
| Laden | USB-C über Ladeclip |
| Schutzklasse | IP54 |
| Rahmen | AZ91D Magnesium-Aluminium |
| Bügel | Titanlegierung |
| Rahmenform | Crown Panto |
| Korrektionsgläser | unterstützt |
| Gewicht | ca. 33 g |
| Haupteinsatz | KI, Übersetzung, Produktivität, Benachrichtigungen, Meetings |
Quellen:
- https://www.smartglasses-test.de/reviews/rayneo-io/
- https://www.deskmodder.de/blog/2026/09/04/rayneo-io-startet-zur-ifa-2026-ki-brille-mit-microled-hud-wiegt-nur-33-gramm/
- https://glaiss.net/de/artikel/rayneo-io-gt-gt-max-ifa-2026/
- https://www.ifa-berlin.com/de/programm/rayneo-veranstaltung-zur-vorstellung-der-neuen-smart-brille
- https://eu.rayneo.com/de/pages/support-rayneo-io-ai-glasses