Die RayNeo GT ist eine leichte XR-Display-Brille für Filme, Serien, Gaming und mobiles Arbeiten, die einen großen virtuellen Bildschirm direkt in dein Sichtfeld bringt. Im Vergleich zu klassischen Videobrillen geht RayNeo einen wichtigen Schritt weiter: Neben hochauflösenden Micro-OLED-Displays besitzt die GT ein natives 3DoF-Tracking, mit dem sich der virtuelle Bildschirm stabilisieren oder an einer festen Position im Raum verankern lässt. Dadurch wirkt die Darstellung natürlicher und muss nicht permanent jeder Kopfbewegung folgen. Mit nur 68 Gramm, einem bis zu 231 Zoll groß dargestellten virtuellen Bildschirm, bis zu 120 Hz und einem von Bang & Olufsen abgestimmten Vier-Lautsprecher-System ist die GT vor allem als persönlicher Monitor für Reisen, Entertainment und Gaming konzipiert.
Anders als autonome Mixed-Reality-Headsets wie die Apple Vision Pro besitzt die RayNeo GT keinen eigenständigen App-Computer und versucht auch nicht, ein Smartphone zu ersetzen. Stattdessen wird sie über USB-C mit einem kompatiblen Smartphone, Tablet, Notebook oder Gaming-Handheld verbunden und übernimmt dort die Rolle eines besonders großen tragbaren Displays. Dieses Konzept reduziert Gewicht, Strombedarf und technische Komplexität erheblich: Die Rechenleistung kommt vom verbundenen Gerät, während sich die Brille auf Bilddarstellung, räumliches Tracking und Audio konzentriert.
Virtueller Bildschirm mit bis zu 231 Zoll
Die RayNeo GT verwendet zwei 0,6 Zoll große SeeYa Micro-OLED-Displays mit einer Auflösung von 1.920 × 1.080 Pixeln pro Auge. In der Standardkonfiguration entspricht das virtuelle Bild laut RayNeo ungefähr einem 201 Zoll großen Bildschirm aus sechs Metern Betrachtungsabstand. Zusätzlich lässt sich die Darstellung auf etwa 136 Zoll verkleinern oder auf bis zu 231 Zoll vergrößern.
Das Sichtfeld beträgt 46 Grad, während die Pixeldichte bei 49 PPD liegt. Gerade die Pixeldichte ist für eine Display-Brille wichtig, weil sie beeinflusst, wie fein Texte, Untertitel, Benutzeroberflächen und kleine Details erscheinen. Ein größeres Sichtfeld allein sorgt zwar für mehr Immersion, verteilt dieselbe Auflösung aber auch auf einen größeren Bereich. Die GT setzt deshalb bewusst auf einen Mittelweg zwischen großem virtuellem Bild und hoher Detaildichte.
Micro-OLED eignet sich für diesen Einsatzzweck besonders gut. Anders als bei LCD erzeugen die einzelnen OLED-Pixel ihr Licht selbst. Dadurch können schwarze Bildbereiche tatsächlich sehr dunkel dargestellt werden, während helle Bereiche gleichzeitig stark hervortreten. RayNeo gibt für die GT ein Kontrastverhältnis von 200.000:1 an. Das kommt vor allem Filmen, Spielen und dunklen Szenen zugute, bei denen Schwarzwerte und Kontrast wesentlich zum räumlichen Bildeindruck beitragen.
Peacock Optical Engine 3.0
Für die optische Darstellung nutzt RayNeo die Peacock Optical Engine 3.0. Sie kombiniert die Tandem-Micro-OLED-Panels der 5,5. Generation mit der Optik der Brille und erreicht laut Hersteller eine wahrgenommene Helligkeit von bis zu 1.200 Nits. Hinzu kommen 98 Prozent Abdeckung des DCI-P3-Farbraums, 145 Prozent sRGB sowie eine angegebene Farbabweichung von unter Delta E 2.
Damit ist die GT klar auf Entertainment ausgelegt. Der große DCI-P3-Farbraum ist insbesondere bei Filmen, Streaming und modernen Spielen relevant, während die hohe Helligkeit dabei hilft, das virtuelle Bild auch dann deutlich wahrzunehmen, wenn noch Umgebungslicht durch die Brillengläser fällt.
In den normalen, nicht räumlich fixierten Modi sind bis zu 1.200 Nits wahrgenommene Helligkeit möglich. Im angehefteten beziehungsweise fixierten 3DoF-Modus gibt RayNeo dagegen 336 Nits an. Der Unterschied ist technisch relevant, wenn die Brille überwiegend mit räumlich fest positioniertem Bildschirm verwendet werden soll.
Natives 3DoF macht den Unterschied
Eine der wichtigsten Neuerungen der RayNeo GT ist das native 3DoF-Tracking. 3DoF steht für „Three Degrees of Freedom“ und bedeutet, dass die Brille Drehbewegungen des Kopfes in drei Achsen erfasst: nach links und rechts, nach oben und unten sowie seitliches Neigen.
Im Gegensatz zu einfachen Display-Brillen muss das virtuelle Bild dadurch nicht starr in der Mitte des Sichtfeldes bleiben. RayNeo verwendet dafür einen separaten Zone 360 3DoF-Chip, der zusammen mit dem Vision-4000-Bildprozessor arbeitet. Das räumliche Tracking wird damit direkt auf der Hardware der Brille verarbeitet und benötigt keine externe Kamera.
Die GT bietet drei räumliche Darstellungsarten:
- Angehefteter Modus: Der virtuelle Bildschirm bleibt an einer festen Position im Raum. Bewegst du deinen Kopf zur Seite, bleibt die Leinwand dort, wo sie zuvor platziert wurde.
- Stabiler Modus: Kleinere Kopfbewegungen und Erschütterungen werden geglättet. Das ist besonders auf Reisen im Zug oder Flugzeug interessant.
- Folgemodus: Der Bildschirm bewegt sich mit deinem Kopf und bleibt permanent zentral im Sichtfeld.
Dadurch lässt sich die Brille je nach Situation unterschiedlich einsetzen. Für einen Film auf dem Sofa eignet sich beispielsweise ein angehefteter Bildschirm, während unterwegs der stabilisierte Modus störende Bewegungen reduzieren kann. Wer einfach nur einen klassischen tragbaren Bildschirm möchte, kann den Folgemodus verwenden.
3DoF sollte allerdings nicht mit 6DoF verwechselt werden. Die GT erkennt Kopfrotationen, aber keine vollständige räumliche Bewegung nach vorne, hinten oder zur Seite. Sie ist damit keine vollwertige Mixed-Reality-Plattform für frei im Raum platzierte Anwendungen, sondern eine Display-Brille mit räumlich stabilisierter Leinwand.
Vision 4000 für die Bildverarbeitung
Neben dem Zone-360-Chip besitzt die RayNeo GT den Vision-4000-Display-Chip. Er übernimmt die Bildverarbeitung und ermöglicht unter anderem eine Echtzeit-Konvertierung von SDR-Inhalten in eine HDR-ähnliche Darstellung. RayNeo bezeichnet die Funktion als AI-HDR.
Damit können auch gewöhnliche SDR-Videos mit stärkerem Kontrast und angepasster Bilddynamik dargestellt werden. Dabei handelt es sich um eine nachträgliche Bildverarbeitung und nicht um echtes natives HDR-Material. Die Funktion kann vorhandene Bildinformationen optimieren, aber keine Bilddetails erzeugen, die im Ausgangsmaterial ursprünglich nicht vorhanden waren.
Der separate Bildprozessor hat außerdem den Vorteil, dass verschiedene Darstellungs- und Trackingfunktionen unabhängig vom angeschlossenen Smartphone oder Notebook direkt innerhalb der Brille verarbeitet werden können.
Dolby Vision mit Pocket TV Pro
Eine Besonderheit der GT-Serie ist die Unterstützung von Dolby Vision. Dabei gibt es allerdings eine wichtige Einschränkung: Dolby Vision steht nicht grundsätzlich bei jeder USB-C-Verbindung zur Verfügung. Für die entsprechende Wiedergabe muss die GT mit dem separat erhältlichen RayNeo Pocket TV Pro kombiniert werden.
Pocket TV Pro ist ein kompakter Streaming-Player, der das RayNeo-System um eine eigene Entertainment-Oberfläche mit Google TV, Streaming-Apps und Speicher erweitert. In dieser Kombination kann die GT kompatible Dolby-Vision-Inhalte wiedergeben.
Wer die Brille direkt an Smartphone, Notebook oder Gaming-Handheld anschließt, kann sie dagegen auch vollständig ohne Pocket TV Pro verwenden. Das Zubehör ist also keine Voraussetzung für den normalen Betrieb, sondern erweitert hauptsächlich die Streaming- und Dolby-Vision-Funktionen.
Bis zu 120 Hz für Gaming
Bei klassischen 2D-Inhalten erreicht die RayNeo GT eine Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz. Das bedeutet, dass das Display bis zu 120 Bilder pro Sekunde darstellen kann. Besonders bei Spielen, schnellen Kamerabewegungen, Rennspielen oder Shootern können Bewegungen dadurch wesentlich flüssiger wirken als auf einem 60-Hz-Display.
Auch Gaming-Handhelds profitieren davon. Ein Steam Deck oder vergleichbarer Handheld kann beispielsweise als Rechner und Controller verwendet werden, während die GT das kleine integrierte Display durch eine virtuelle Großbildfläche ersetzt.
Für 3D-Inhalte unterstützt die Brille laut RayNeo 60 Hz.
Damit eignet sich die GT nicht nur für Streaming, sondern auch als kompakter Gaming-Monitor. Gerade unterwegs kann dies interessant sein, weil ein Handheld nicht mehr dauerhaft unmittelbar vor dem Gesicht gehalten werden muss. Der Blick kann geradeaus gerichtet bleiben, während sich das Gerät bequem in den Händen befindet.
Native 3D-Wiedergabe und 2D-zu-3D
Neben normaler 2D-Darstellung unterstützt die RayNeo GT auch stereoskopische 3D-Inhalte. Dabei werden den beiden Augen unterschiedliche Perspektiven angezeigt, wodurch ein räumlicher Tiefeneindruck entsteht.
Zusätzlich unterstützt RayNeo eine KI-gestützte 2D-zu-3D-Konvertierung. Dabei analysiert das System normale zweidimensionale Videos und erzeugt daraus eine simulierte Tiefenwirkung. Nativ in 3D aufgenommenes Material kann eine solche Konvertierung zwar nicht vollständig ersetzen, sie erweitert jedoch die Menge an Inhalten, die mit räumlicher Darstellung genutzt werden können.
Auch räumliche Videoaufnahmen kompatibler iPhones werden unterstützt. RayNeo nennt dafür unter anderem Geräte der iPhone-15-, iPhone-16- und iPhone-17-Generation, wobei einzelne Modelle ausgeschlossen sein können.
Vier Lautsprecher mit Bang-&-Olufsen-Abstimmung
Zum Bildsystem gehört ein integriertes Racetrack-Quad-Speaker-System mit vier Lautsprechern. Die Klangabstimmung wurde gemeinsam mit Bang & Olufsen entwickelt. Dadurch benötigt die GT für Filme, Videos oder Spiele grundsätzlich keine zusätzlichen Kopfhörer.
Die Lautsprecher arbeiten offen und sitzen in den Brillenbügeln. Der Ton wird in Richtung der Ohren abgestrahlt, während die Umgebung weiterhin hörbar bleibt. Das ist beispielsweise auf Reisen praktisch, wenn du Durchsagen oder andere Personen weiterhin wahrnehmen möchtest.
Zusätzlich unterstützt die GT räumliches Audio mit Headtracking. Befindet sich der virtuelle Bildschirm beispielsweise im angehefteten Modus vor dir und du drehst deinen Kopf, kann auch die wahrgenommene Position des Tons mit dem virtuellen Bildschirm verbunden bleiben. Das trägt insbesondere bei Filmen und Spielen zu einem glaubwürdigeren räumlichen Eindruck bei.
Whisper Mode 2.0 für diskreteres Hören
Mit Whisper Mode 2.0 versucht RayNeo, den Schall stärker auf den Bereich rund um die Ohren zu konzentrieren. Dadurch sollen Personen neben dir weniger von der Audiowiedergabe mitbekommen.
Vollständig privat wird der Ton dadurch allerdings nicht. Da es sich weiterhin um offene Lautsprecher handelt, können andere Personen in sehr ruhiger Umgebung bei entsprechend hoher Lautstärke etwas hören. Für vertrauliche Inhalte oder Situationen, in denen wirklich niemand mithören soll, bleiben Kopfhörer die bessere Lösung.
Optional bietet RayNeo außerdem sogenannte Sound Tubes an. Sie leiten den Klang gezielter in Richtung der Ohren und können dadurch Lautstärke und Klarheit erhöhen. Das Zubehör ist nicht zwingend erforderlich und wird separat angeboten.
Nur 68 Gramm Gewicht
Mit 68 Gramm gehört die RayNeo GT zu den besonders leichten Display-Brillen ihrer Klasse. Sie ist damit nochmals leichter als die Air 4 Pro mit rund 76 Gramm und die größere GT Max mit 78 Gramm.
Das geringe Gewicht ist vor allem für längere Nutzung relevant. Während ein klassisches VR- oder Mixed-Reality-Headset mehrere hundert Gramm wiegen kann und große Teile des Gesichts bedeckt, ähnelt die GT eher einer kräftiger gebauten Sonnenbrille.
RayNeo erreicht das geringe Gewicht unter anderem dadurch, dass die GT keinen großen integrierten Akku benötigt. Die Energie wird über das angeschlossene USB-C-Gerät bereitgestellt. Smartphone, Notebook oder Handheld übernehmen also nicht nur die Berechnung der Inhalte, sondern versorgen die Brille gleichzeitig mit Strom.
Das reduziert Gewicht und macht ein separates Aufladen der Brille überflüssig. Gleichzeitig steigt dadurch natürlich der Energieverbrauch des angeschlossenen Mobilgerätes.
Fester Augenabstand von 64 mm
Ein wichtiger Punkt bei der GT ist der fest ausgelegte Augenabstand von 64 Millimetern. Im Gegensatz zur größeren GT Max lässt sich die IPD nicht in mehreren Größen auswählen.
IPD steht für Interpupillary Distance und beschreibt den Abstand zwischen den Pupillen. Liegt der eigene Augenabstand deutlich außerhalb des optimalen Bereichs einer XR-Brille, kann es schwieriger sein, das komplette Bild gleichzeitig scharf zu sehen.
RayNeo bietet verstellbare Nasenpads, mit denen sich Position und Höhe der Brille verändern lassen. Wer jedoch einen deutlich kleineren oder größeren Augenabstand besitzt, sollte diesen Punkt vor dem Kauf berücksichtigen. Die GT Max bietet mit ihren Größen S, M und L mehr Möglichkeiten zur individuellen optischen Anpassung.
Für Brillenträger geeignet
Auch Nutzer mit Sehschwäche können die RayNeo GT verwenden. Die Brille unterstützt Korrektionsgläser beziehungsweise passende Prescription Inserts, die individuell an die benötigte Sehstärke angepasst werden können. RayNeo arbeitet dafür unter anderem mit Lensology zusammen.
Das ist komfortabler, als eine normale Korrektionsbrille zusätzlich unter einer Display-Brille tragen zu müssen. Die Korrektionslösung sitzt direkt innerhalb des optischen Systems und kann dadurch dauerhaft montiert werden.
OptiCare und 3.840-Hz-Dimmung
Für längere Nutzung verwendet RayNeo seine OptiCare-Technologie. Bestandteil davon ist eine Hochfrequenz-Dimmung mit 3.840 Hz.
Bei OLED-Displays kann die Helligkeitsregelung über sehr schnelles Ein- und Ausschalten der Pixel erfolgen. Je höher die Frequenz ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass empfindliche Nutzer das Flimmern bewusst oder unbewusst wahrnehmen.
Die Helligkeit lässt sich über zwölf reguläre Stufen sowie drei zusätzliche Boost-Stufen anpassen. Zusätzlich stehen unterschiedliche Bildmodi wie Standard, Film, Augenschutz und Büro zur Verfügung.
Wie angenehm eine Display-Brille über mehrere Stunden tatsächlich ist, bleibt dennoch individuell. Faktoren wie Augenabstand, Sehschärfe, Bildschirmgröße, Umgebungslicht und persönliche Empfindlichkeit spielen dabei eine wichtige Rolle.
USB-C für Smartphones, Notebooks und Handhelds
Die RayNeo GT wird im Normalfall über USB-C mit DisplayPort Alt Mode verbunden. Unterstützt das angeschlossene Gerät eine Videoausgabe über USB-C, kann die Brille direkt als externer Bildschirm verwendet werden.
Zu den möglichen Geräteklassen gehören:
- kompatible iPhones mit USB-C
- Android-Smartphones mit DisplayPort-Ausgabe
- iPads und andere Tablets
- Windows-Notebooks und PCs
- MacBooks
- Steam Deck und andere Gaming-Handhelds
- weitere USB-C-Geräte mit DisplayPort Alt Mode
Ein USB-C-Anschluss allein reicht dabei nicht aus. Das jeweilige Gerät muss tatsächlich ein Videosignal über den Anschluss ausgeben können. Gerade bei günstigeren Android-Smartphones ist DisplayPort Alt Mode nicht immer vorhanden.
PlayStation, Xbox und Nintendo Switch
Auch Spielekonsolen können mit der RayNeo GT verwendet werden. Für Geräte mit HDMI-Ausgang wird allerdings ein entsprechender RayNeo HDMI-Adapter benötigt.
RayNeo nennt unter anderem PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox und Nintendo Switch als mögliche Plattformen. Für Nintendo Switch beziehungsweise Switch 2 kann je nach Anschlusskonfiguration weiteres Zubehör erforderlich sein.
Dadurch kann die GT auch zu Hause als persönlicher Gaming-Bildschirm dienen. Statt Fernseher oder Monitor wird die Konsole mit der Display-Brille verbunden und das Spiel erscheint auf der virtuellen Leinwand.
Persönliches Kino auf Reisen
Ihre größte Stärke spielt die RayNeo GT unterwegs aus. Im Zug oder Flugzeug kann ein Smartphone, Tablet oder Gaming-Handheld einen virtuellen Bildschirm erzeugen, der wesentlich größer wirkt als das physische Gerät.
Gerade der neue stabilisierte 3DoF-Modus ist für diesen Anwendungsfall interessant. Kleine Kopfbewegungen und Erschütterungen können geglättet werden, sodass das Bild nicht ständig unruhig vor den Augen mitwandert. RayNeo positioniert die GT deshalb ausdrücklich auch für Pendler und Reisen.
Hinzu kommt der Privatsphäre-Effekt. Andere Personen können nicht einfach seitlich auf den Bildschirm schauen, wie es bei einem Notebook oder Tablet möglich wäre. Das virtuelle Bild ist hauptsächlich für den Träger sichtbar.
Auch als virtueller Notebook-Monitor
Die GT kann nicht nur für Entertainment, sondern auch als persönlicher Monitor für Notebook oder PC eingesetzt werden. Webseiten, Dokumente, Videos und normale Desktop-Anwendungen lassen sich über die virtuelle Leinwand darstellen.
Besonders interessant ist dabei der angeheftete Modus. Statt dass der Desktop permanent jeder Kopfbewegung folgt, kann er vor dir im Raum positioniert erscheinen. Dadurch ähnelt die Nutzung stärker einem normalen Monitor.
Die RayNeo GT ersetzt allerdings kein komplexes Multi-Monitor-Spatial-Computing-System. Ihr Schwerpunkt liegt auf einer einzelnen großen virtuellen Bildschirmfläche und nicht auf frei im Raum verteilten Anwendungen, vollständigem Handtracking oder 6DoF-Raumtracking.
Kein klassisches KI-Smartglass-Modell
Die RayNeo GT sollte außerdem nicht mit KI-Brillen wie RayNeos eigener iO-Serie oder kamerabasierten Smartglasses verwechselt werden. Die GT konzentriert sich auf Bilddarstellung, Audio und räumliche Stabilisierung.
Sie besitzt keine nach außen gerichtete Kamera für Foto- oder Videoaufnahmen und ist nicht primär als permanenter KI-Assistent gedacht. Das macht sie insbesondere für Nutzer interessant, die keine Kamera im Brillengestell benötigen und stattdessen möglichst viel Displayqualität bei geringem Gewicht suchen.
RayNeo GT gegenüber Air 4 Pro
Gegenüber der RayNeo Air 4 Pro verändert sich das Grundprinzip nicht: Beide Modelle sind kabelgebundene Micro-OLED-Display-Brillen mit bis zu 120 Hz und hoher Helligkeit.
Die GT erweitert dieses Konzept jedoch vor allem um natives 3DoF-Tracking. Während sich die Air 4 Pro stärker wie ein klassischer Bildschirm direkt vor den Augen verhält, kann die GT ihre virtuelle Leinwand räumlich stabilisieren oder an einer Position festhalten.
Gleichzeitig sinkt das Gewicht von rund 76 auf 68 Gramm. Der wichtigste Kompromiss liegt beim festen Augenabstand von 64 Millimetern. Außerdem ist die GT weiterhin keine vollständig autonome XR-Brille.
Die Air 4 Pro bleibt damit eine klassische Premium-Display-Brille, während die GT stärker in Richtung Spatial Displaygeht.
Für wen eignet sich die RayNeo GT?
Die RayNeo GT eignet sich besonders für Nutzer, die einen persönlichen Großbildschirm für Streaming, Filme, Gaming und Reisen suchen und dabei Wert auf geringes Gewicht legen. Auch als externer Bildschirm für Gaming-Handhelds oder Notebooks kann die Brille interessant sein.
Das native 3DoF-Tracking ist vor allem dann ein Vorteil, wenn ein dauerhaft am Kopf klebender Bildschirm als störend empfunden wird. Die Möglichkeit, die Leinwand zu stabilisieren oder räumlich zu fixieren, lässt die Nutzung deutlich stärker an einen normalen Bildschirm erinnern.
Wer dagegen eine autonome AR-Brille mit Kameras, KI-Assistent, Handtracking und frei im Raum verteilten Anwendungen sucht, benötigt eine andere Geräteklasse. Die RayNeo GT konzentriert sich bewusst auf das, was sie technisch besonders kompakt umsetzen kann: ein großes virtuelles Display, räumliche Stabilisierung, hochwertiges Audio und ein leichtes Brillendesign.
Technische Daten der RayNeo GT
| Eigenschaft | RayNeo GT |
|---|---|
| Produkttyp | XR-/AR-Display-Brille |
| Display | 0,6 Zoll SeeYa Tandem Micro-OLED |
| Auflösung | 1.920 × 1.080 Pixel pro Auge |
| Pixeldichte | 49 PPD |
| Virtuelle Bildschirmgrößen | ca. 136 / 201 / 231 Zoll |
| Standardgröße | ca. 201 Zoll bei 6 m |
| Sichtfeld | 46° |
| Bildwiederholrate 2D | bis 120 Hz |
| Bildwiederholrate 3D | 60 Hz |
| Maximale wahrgenommene Helligkeit | bis 1.200 Nits |
| Helligkeit im fixierten Modus | 336 Nits |
| Kontrast | 200.000:1 |
| Farbraum | 98 % DCI-P3 / 145 % sRGB |
| Farbgenauigkeit | Delta E < 2 |
| Bildprozessor | Vision 4000 |
| Spatial-Tracking | nativer 3DoF Zone 360 Chip |
| Spatial-Modi | Folgen / Stabil / Angeheftet |
| HDR | AI-HDR |
| Dolby Vision | mit RayNeo Pocket TV Pro |
| 3D | natives 3D und AI-2D-zu-3D |
| Audio | Racetrack-Quad-Speaker |
| Audio-Abstimmung | Bang & Olufsen |
| Spatial Audio | unterstützt, inklusive Headtracking |
| Privater Audiomodus | Whisper Mode 2.0 |
| Dimmung | 3.840 Hz Hochfrequenz-Dimmung |
| Helligkeitsregelung | 12 Stufen + 3 Boost-Stufen |
| Bildmodi | Standard / Film / Augenschutz / Büro |
| IPD | fest 64 mm |
| Anpassung | verstellbare Nasenpads |
| Korrektionsgläser | unterstützt |
| Anschluss | USB-C mit DisplayPort Alt Mode |
| HDMI-Geräte | über optionalen Adapter |
| Stromversorgung | über angeschlossenes Gerät |
| Gewicht | ca. 68 g |
| App | RayNeo XR App |
| Einsatzbereiche | Filme, Streaming, Gaming, Reisen, virtueller Monitor |
Quellen:
- https://www.smartglasses-test.de/reviews/rayneo-gt/
- https://www.deskmodder.de/blog/2026/09/04/rayneo-gt-und-gt-max-starten-zur-ifa-2026-das-display-wandert-direkt-vor-die-augen/
- https://www.housecontrollers.de/unterhaltungselektronik/rayneo-ar-brillen-2026/
- https://www.ifa-berlin.com/de/programm/rayneo-veranstaltung-zur-vorstellung-der-neuen-smart-brille
- https://www.prnewswire.com/news-releases/rayneo-prasentiert-auf-der-ifa-2026-gemeinsam-mit-dolby-und-bang–olufsen-eine-neue-generation-von-smart-brillen-mit-ki-funktionen-und-kinoreifem-ar-erlebnis-302871199.html