Meta gehört zu den wichtigsten Unternehmen für die Entwicklung von Virtual Reality, Mixed Reality, Smartglasses und neuen Mensch-Computer-Schnittstellen. Der heutige Technologiekonzern entstand aus dem 2004 gegründeten sozialen Netzwerk Facebook und änderte 2021 seinen Unternehmensnamen in Meta Platforms, um die langfristige Ausrichtung über klassische Social-Media-Plattformen hinaus deutlich zu machen. Für Pixelversum ist dabei vor allem der Geschäftsbereich Reality Labs relevant, in dem Meta an VR- und MR-Headsets, intelligenten Brillen, Augmented Reality, räumlichen Betriebssystemen, neuen Eingabemethoden und tragbaren KI-Geräten arbeitet. Die Grundlage dafür wurde bereits 2014 geschaffen, als Facebook den VR-Pionier Oculus für rund zwei Milliarden US-Dollar übernahm. Oculus hatte mit seinen frühen Rift-Entwicklerkits wesentlich zum Wiederaufleben moderner Virtual Reality beigetragen. Unter Facebook beziehungsweise Meta entstanden daraus zunächst PC-VR-Systeme wie Oculus Rift und Rift S, bevor sich das Unternehmen zunehmend auf eigenständige Headsets konzentrierte. Einen entscheidenden Wendepunkt markierte 2019 die erste Oculus Quest. Anders als klassische PC-VR-Systeme benötigte sie weder einen leistungsfähigen Rechner noch externe Tracking-Basisstationen. Kameras im Headset erfassten Position, Controller und später auch die Hände des Nutzers direkt im Raum. Die Quest verband damit 6DoF-Tracking, mobile Rechenhardware und ein vollständiges VR-System in einem vergleichsweise leicht zugänglichen Gerät. Mit Quest 2 entwickelte Meta dieses Prinzip weiter und etablierte Standalone-VR als wichtigste Geräteklasse des Consumer-VR-Marktes. Funktionen wie Hand-Tracking, Passthrough und drahtloses PC-VR über Air Link machten aus der Quest-Plattform schrittweise mehr als eine reine Spielekonsole für Virtual Reality. Die aktuelle Gerätegeneration zeigt besonders deutlich, wie stark Meta inzwischen von klassischer VR in Richtung Mixed Reality und Spatial Computing arbeitet. Die Meta Quest 3 kombiniert zwei Displays mit jeweils 2.064 × 2.208 Pixeln, Pancake-Linsen, ein Sichtfeld von bis zu 110 Grad horizontal, Hand- und Kopftracking sowie hochauflösenden stereoskopischen Farb-Passthrough mit einem Tiefensensor. Als Rechenplattform kommt Qualcomms Snapdragon XR2 Gen 2 zum Einsatz. Die Kameras übertragen die reale Umgebung in das Headset und ermöglichen Anwendungen, bei denen virtuelle Objekte mit Möbeln, Wänden und anderen Bestandteilen des physischen Raums kombiniert werden. Mit der günstigeren Meta Quest 3S bietet Meta dieselbe grundlegende Rechenplattform und Mixed-Reality-Ausrichtung mit einer einfacheren optischen Konstruktion an. Quest 3 und Quest 3S bilden auch 2026 die aktuelle Quest-Generation. Hinter diesen Geräten steht mit Meta Horizon OS inzwischen ein eigenes Betriebssystem für räumliches Computing. Meta entwickelte die ursprünglich für Oculus- und Quest-Geräte entstandene Plattform zu einem umfassenderen XR-System weiter und öffnete sie auch für Hardware anderer Hersteller. Bereits angekündigt wurden entsprechende Kooperationen unter anderem mit ASUS und Lenovo. Für Entwickler bedeutet das, dass Anwendungen nicht zwangsläufig ausschließlich für ein bestimmtes Quest-Modell entwickelt werden müssen, sondern perspektivisch auf unterschiedlichen Horizon-OS-Geräten laufen können. Meta verfolgt damit eine Strategie, die teilweise an Android im Smartphone-Markt erinnert: Die eigene Quest-Hardware dient als Referenzplattform, während ein breiteres Ökosystem aus Geräten, Entwicklern und Anwendungen entstehen soll. Parallel zu VR und Mixed Reality hat Meta in den vergangenen Jahren einen zweiten Hardwarebereich aufgebaut, der langfristig mindestens ebenso wichtig werden könnte: AI Glasses und Smartglasses. Gemeinsam mit EssilorLuxottica entwickelte Meta zunächst die Ray-Ban Stories und anschließend die deutlich erfolgreicheren Ray-Ban Meta. Diese Brillen sehen weitgehend wie klassische Ray-Ban-Modelle aus, integrieren jedoch Kameras, Mikrofone, Open-Ear-Lautsprecher, Touchsteuerung und Meta AI. Nutzer können damit beispielsweise Fotos und Videos aufnehmen, telefonieren, Musik hören, Nachrichten versenden, Übersetzungen verwenden oder über die integrierte KI Fragen zu ihrer Umgebung stellen. Die Kamera ermöglicht multimodaler KI dabei einen entscheidenden Vorteil gegenüber einem klassischen Sprachassistenten: Die KI kann nicht nur hören, was der Nutzer sagt, sondern auch Informationen aus seiner Perspektive erfassen. Meta hat diese Produktkategorie inzwischen stark ausgebaut. Nach Angaben des Unternehmens werden die AI Glasses bereits von Millionen Menschen genutzt, während das gemeinsame Sortiment mit EssilorLuxottica mittlerweile Modelle von Ray-Ban, Oakley und Meta Glasses umfasst. Einen weiteren Schritt machte Meta 2025 mit der Meta Ray-Ban Display. Im Gegensatz zu den zuvor weitgehend displaylosen Ray-Ban-Meta-Modellen integriert diese Brille ein hochauflösendes Farbdisplay innerhalb des Sichtfeldes. Darüber lassen sich beispielsweise Nachrichten, Navigation, Fotos, Übersetzungen und visuelle Antworten von Meta AI anzeigen. Besonders interessant ist die zugehörige Meta Neural Band. Das Armband verwendet Oberflächen-Elektromyographie, kurz sEMG, um elektrische Signale der Muskeln am Handgelenk zu erkennen. Dadurch können kleine Fingerbewegungen als Eingaben für die Brille interpretiert werden, ohne dass ein Touchscreen, Controller oder eine große sichtbare Geste erforderlich ist. Meta arbeitet bereits seit Jahren an dieser Technologie und sieht sie als mögliche neue Eingabemethode für zukünftige Wearables und AR-Systeme. Die Verbindung aus Brille und Neural Band zeigt damit, dass Meta nicht nur bestehende Smartphone-Funktionen verkleinern möchte, sondern neue Formen der Interaktion entwickelt, die speziell für tragbare Computer gedacht sind. Wie schnell sich dieser Bereich entwickelt, zeigte die Meta Connect 2026. Meta stellte dort eine nochmals deutlich größere Auswahl intelligenter Brillen vor. Dazu gehören die Ray-Ban Meta (Gen 3) mit verändertem Design, längerer Akkulaufzeit und direkterem Zugriff auf KI-Funktionen, zusätzliche Meta-Glassses-Modelle sowie neue Audio Glasses. Bis Ende 2026 will Meta gemeinsam mit seinen Partnern mehr als 100 unterschiedliche AI-Glasses-Varianten über Ray-Ban, Oakley und Meta anbieten. Gleichzeitig bringt das Unternehmen seinen persönlichen KI-Agenten Muse auf die Brillen, damit Aufgaben und Informationen zunehmend über einen ständig verfügbaren Assistenten verarbeitet werden können. Die Meta Ray-Ban Display wird zudem international ausgeweitet und soll ab dem 13. Oktober 2026 auch in Deutschland erhältlich sein. Noch weiter in Richtung klassischer Augmented Reality weist Orion. Meta präsentierte den Prototyp 2024 als seine erste vollständige AR-Brille mit transparenten Linsen und holografischem Display. Anders als bei Quest muss die reale Umgebung dabei nicht zunächst von Kameras aufgenommen und auf Bildschirmen dargestellt werden. Nutzer sehen direkt durch transparente Linsen und bekommen digitale Inhalte zusätzlich eingeblendet. Meta entwickelte dafür unter anderem spezielle Waveguides, Micro-LED-Projektoren und eine externe Recheneinheit. Orion sollte ausdrücklich kein reguläres Verkaufsprodukt sein, sondern demonstrieren, wie sich leistungsfähiges räumliches Computing langfristig in einen Formfaktor bringen lässt, der stärker an eine normale Brille erinnert. Das Projekt verbindet viele Forschungsfelder von Reality Labs: AR-Displays, Miniaturisierung, Computer Vision, Hand- und Eye-Tracking, künstliche Intelligenz und neuartige Eingabegeräte. Auf der Meta Connect 2026 zeigte das Unternehmen mit den neuen Meta VR Glasses eine weitere Entwicklungsstufe seiner Hardwarestrategie. Meta beschreibt das neue Gerät als System, das die Immersion klassischer Virtual Reality mit einem deutlich brillenähnlicheren und über längere Zeit tragbaren Formfaktor verbinden soll. Damit beginnen sich die bislang relativ klar getrennten Kategorien langsam anzunähern: Auf der einen Seite stehen leichte AI Glasses für den gesamten Tag, auf der anderen immersive Quest-Headsets – und dazwischen entstehen Geräte mit Displays und räumlichen Funktionen, die Elemente beider Welten kombinieren. Genau diese Entwicklung erklärt, warum Meta für Pixelversum weit über einzelne Quest-Headsets hinaus relevant ist. Das Unternehmen arbeitet gleichzeitig an Virtual Reality, Mixed Reality, Augmented Reality, Smartglasses, künstlicher Intelligenz, Computer Vision, Hand-Tracking, Eye-Tracking, räumlichem Audio und neuromotorischen Interfaces. Viele dieser Technologien werden nicht getrennt entwickelt, sondern sollen langfristig zu einer neuen persönlichen Computing-Plattform zusammenwachsen. Quest dient heute als vergleichsweise ausgereifte Plattform für immersive Anwendungen, Ray-Ban Meta und Oakley Meta bringen KI bereits in alltagstaugliche Brillen, Meta Ray-Ban Display ergänzt visuelle Informationen und das Neural Band zeigt eine mögliche Alternative zu Touchscreens und Controllern. Orion wiederum demonstriert das langfristige Ziel einer echten AR-Brille. Meta verfolgt damit eine der umfassendsten Hardwarestrategien der gesamten XR-Branche. Während das Smartphone weiterhin das wichtigste persönliche Computergerät ist, arbeitet das Unternehmen sichtbar daran, dessen zentrale Funktionen schrittweise auf Brillen, räumliche Displays und körpernahe Interfaces zu übertragen. Gerade diese Verbindung von KI und Wearables dürfte entscheidend werden: Eine intelligente Brille kann hören, sehen, räumlichen Kontext verstehen und Informationen unmittelbar aus der Perspektive ihres Trägers verarbeiten. Damit bewegt sich Meta zunehmend weg von der ursprünglichen Vorstellung des Metaverse als primär virtueller Welt und hin zu einer breiteren Vision, in der KI, digitale Inhalte und reale Umgebung dauerhaft miteinander verbunden sind. Für die Entwicklung von VR, Mixed Reality und AI Glasses gehört Meta deshalb zu den zentralen Marken, deren Technologien und Plattformentscheidungen den Markt für räumliches Computing und neue Interfaces in den kommenden Jahren maßgeblich mitbestimmen dürften.